Verschwendung aus Liebe – Teil IV der „Reise durch das Johannesevangelium“

In Audio, Believe and Pray, Glauben erklärt von Bischof Stefan Oster SDB1 Kommentar

Was Verschwendung positiv bedeuten kann, was für eine faszinierende Gestalt Maria von Bethanien ist – und was das alles mit „neu geboren“ zu tun hat, habe ich versucht bei Believe and Pray zu erklären. Unten der Link zum Vortrag zum Nachhören und hier die zugehörigen Folien.

 

Kommentare

  1. Susanne Moehring

    Verehrte Exzellenz,
    danke sehr für die Fortsetzung dieser Reihe. Neugeboren werden in „Erkenntnis“ (connaissance) Gottes durch, mit und in Jesus, in vertrauensvoller, bedingungsloser und aus nicht berechnender Liebe.

    Johannes, der Jünger der Jesus liebte … der Jesus liebte und den Jesus liebte. Eine Beziehung im Blick auf die zukünftige Welt und das himmlische Jerusalem ohne den Makel von Trauer, Leid, Mißtrauen, Egoismus und mißbrauchte Liebe. Die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor läßt einen Blick auf die von Ihnen beschriebene Erkenntnis zu.

    Hochzeitliche Liebe findet sich am Ende des Buches der Offenbarung 22,17 : „Der Geist und die Braut sagen : KOMM!

    Erkenntnis nährt auch Sehnsucht, wenn diese aus dem Wunsch nach Verinnerlichung und Offenheit für entgegenkommende Liebe ist. Das deutsche Wort Sehnsucht umschreibt nur absichtsfreie und zweckfreie Liebe, die der Erwiderung harrt.

    Es gibt es Lied von Angelus Silesius von 1657, das auf poetische Weise diese Sehnsucht zum Ausdruck bringt. Es findet sich auch in unserem Gotteslob : „Ich will Dich lieben meine Stärke “ https://de.wikipedia.org/wiki/Ich_will_dich_lieben%2C_meine_St%C3%A4rke

    Wer sich traut sich Jesus anzuvertrauen und ihn jeder auf seine eigene Weise wahrhaft lieben kann, der kann sich besser im Leben davon lösen, aus Angst selbst verletzt zu werden, sich nicht wirklich für die Liebe öffnen zu können und vorbehaltlos Liebe zu schenken. Die Geborgenheit in der Liebe Jesu und die Erkenntnis IHM entgegenzugehen, schenken auch den Mut und das Vertrauen diese Liebe Jesu auch auf den Nächsten durchscheinen zu lassen.

    Wenn man wahrhaft spüren kann, daß die Aussage stimmt, daß Jesus bereits die Regungen im Herzen kennt, bevor wir selbst uns dieser bewußt werden, dann kann man ganz klein werden, ganz schweigsam, ganz innehaltend, um IHM unsere Sinne und unser Herzen für Seine Liebe zu öffnen.

    Im Weltlichen gibt es immer auch Weisheiten aus dem Volksmund. Eine ist, daß man die wahre Freundschaft und Liebe daran erkennt, wann wer bei wem bleibt. In Zeiten des Glücks, der Sonne und des Erfolgs gibt es viele – ich nenne diese Palmsonntagschristen -, die die Nähe zum Erfolgreichen betonen. In Zeiten des Leids, der Unansehnlichkeit, der Ausgrenzung, des Mißerfolgs, der Dunkelheit gibt es die wenigen (zumeist die Familie und ganz enge Freunde) – ich nenne diese Karfreitagschristen – die ungeachtet dieses Leid zu teilen, treu und liebend zur Seite stehen. Maria und der Jünger der Jesus liebte, die Mutter und der liebende Freund sind die beiden Verbliebenen unter dem Kreuz, die IHN selbst im Sterben nicht verlassen. Die Kraft diesen Moment mit-tragen und er-tragen zu können, diese Kraft schenkt nur diese göttliche, zweckfreie, wahrhaftige Liebe, keine egoistische oder berechnende, geheuchelte Liebe.

    Ja, der von Ihnen beschriebene Konflikt alle weltlichen Güter, das Jahresgehalt für Jesu zu opfern, weil es auch Liebesopfer ist, das keinen Opfercharakter mehr kennt, ist für jeden unvorstellbar, der nicht selbst einmal von dieser Liebe ergriffen worden ist, die sie als Liebe aus Freiheit beschreiben. Nur leider wird spontanes Verliebtsein oft mit Liebe verwechselt. Verliebtsein flammt auf und macht irrational, aber bei der kleinsten Enttäuschung, dem Ende der Selbsttäuschung, erlischt diese Flamme. Wahre Liebe ist wie der Vorrat von Öl, den die weisen Jungfrauen mitgenommen haben, weil ihnen der Durchhaltecharakter vorab bewußt ist. Die Liebe zu Jesu braucht den Durchhaltecharakter, wie auch die wahrhaftige Liebe des Nächsten nichts mit Verliebtsein zu tun hat.

    Leuchtet aus uns Christen die Freude und Kraft dieser beständigen und unerschütterlichen Liebe aus und für Jesus wann immer wir absichtsfrei einem Nächsten begegnen und ihm oder ihr in die Augen schauen ?

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