Über Umwege, Demut und den Dienst als Priester – Die Predigt zur Priesterweihe von Frater Symeon-Maria Fiedler OSB am 11. Juli 2026 in der Basilika Niederalteich hier als Audio zum Nachhören.
Für Frater Symeon-Maria Fiedler OSB war dieser Tag des 11. Juli 2026 ein ganz besonderer – und wohl einer der wichtigsten seines Lebens: Der Tag seiner Priesterweihe durch Bischof Stefan Oster SDB. Neben seiner Familie waren auch viele Freunde, Weggefährten und zahlreiche Gläubige zum festlichen Gottesdienst in die Basilika Niederalteich gekommen, um mit ihm zu feiern. Dass viele dafür einen weiten Weg auf sich genommen hätten, stellte auch der Bischof zu Beginn fest. Der Gottesdienst sei deshalb „in jeder Hinsicht ein Festtag“ – für die Schulfamilie des St.-Gotthard-Gymnasiums, die ihr Sommerfest feierte, für den Benediktinerorden, die das Hochfest des Heiligen Benedikt beging, und vor allem für Frater Symeon-Maria Fiedler.
Über Umwege
In seiner Predigt sprach Bischof Stefan Oster über Umwege, den heiligen Benedikt als Lehrer von Demut und das Priestersein. Zum ersten Punkt, Umwege, ging er auf den Lebensweg von Frater Symeon-Maria ein. Der außergewöhnliche Lebensweg des Neupriesters habe ihn von Berlin über zahlreiche Stationen schließlich nach Niederalteich geführt. Umwege, so zeigte er anhand einiger Beispiele aus der Heiligen Schrift auf, hätten auch David, Josef, Esther und Mose gemacht. „Wenn wir den Eindruck haben, wir folgen dem Weg Gottes oder wir suchen ihn, und womöglich haben wir Angst, daran zu zerbrechen, dann gibt es Anzeichen dafür, dass uns viel mehr aufbaut und vorbereitet auf das, was auf uns zukommt.“ Tatsächlich, so der Bischof, gebe uns Gott im Leben oft nicht das, was wir erwarten, sondern das, was wir brauchen. „Ihre Umwege, lieber Pater Symeon-Maria, mögen Ihnen vielleicht auch deutlich machen, dass das etwas war, was der Herrgott so gefügt hat, um Sie hierher zu führen, in diesen schönen Dienst als Ordensmann und Priester.“
Der heilige Benedikt – Lehrer der Demut
In seinem zweiten Punkt ging der Bischof auf den heiligen Benedikt ein, nicht zuletzt deswegen, weil die Priesterweihe am Hochfest des Heiligen stattfand. Ein großer Heiliger, wie er befand, da er als Patron Europas und Ordensgründer – auch von Niederalteich – eine bedeutende Rolle für uns spiele. So erschauere er beim Lesen der Benediktsregel, vor allem im Kapitel über Demut, selbst immer wieder, wie sehr es darum gehe „sich in die Konformität mit dem Willen Gottes hineinführen zu lassen, weil genau das Erfüllung schenkt und Zufriedenheit schenkt. Der Dienst an Gott, der Dienst am anderen Menschen führt uns tiefer zu uns selbst und zur eigenen Berufung.“ Er sei froh und dankbar über die lebendige Gemeinschaft der Benediktiner in Niederalteich. Schließlich sei Gemeinschaftsleben die größte Buße von allem, so der Bischof. „Sie haben sich ein Kloster gewählt, in dem Sie Brüder bekommen haben, mit denen Sie darum ringen und einüben, Gemeinschaft zu leben – mithilfe der Regel des heiligen Benedikt. Das ringt mir tiefsten Respekt ab. Danke dafür.“ Ordensleben fordere fast notwendig ein Herabsteigen, so wie es in der zweiten Lesung lautete „Ertragt einander die Liebe“, die wir aber nicht aus uns selbst hätten, betonte er. „Sie ist – wenn es uns gelingt, den anderen zu bejahen, und zwar trotzdem zu bejahen, und auch sich selber zu bejahen, und zwar trotzdem zu bejahen – ein Geschenk unseres Herrn, der immer und in jeder Situation sein Ja zu uns erneuern möchte.“
Priestersein
In seinem dritten Punkt, dem Priestersein, ging er zuerst auf die Notwendigkeit des Priesteramts in der heutigen Zeit ein. Allein Priester seien mit dem Spenden der Sakramente beauftragt, so der Bischof. „Es ist ein unfassbares Geschenk, dass die Kirche immer wieder neu das Angebot macht – im Sakrament der Versöhnung, das dem Priester aufgetragen ist –, Schuld zu vergeben, Sünde zu vergeben, sodass Sie, wenn Sie aus der Beichte herausgehen, gewissermaßen wie neu getauft sind.“ Doch sei das Priestertum nichts, worauf man sich etwas einbilden könne. Es ist vielmehr etwas, wofür wir miteinander dankbar sein dürften. „und auch Pater Simeon Maria dankbar sein dürfen, dass er sich zu diesem Dienst zur Verfügung stellt. Insofern: Da ist wieder einer, der uns die Sakramente feiern und spenden und das Wort Gottes verkünden kann.“ Dieser Tag sei ein wahrer Freudentag für alle, so der Bischof. „Wenn Sie in diesen Glauben hineinfinden können, dann erbitte ich (…), dass Sie den Glauben von innen her so verstehen lernen, dass wir wirklich berührt werden von dem Geheimnis des abgründig demütigen Herrn, der uns immer mehr an sich ziehen und immer mehr in die größere Freiheit, Liebesfähigkeit und Sinnerfüllung führen will.“
Die Predigt als Podcast zum Nachhören
Einen ausführlichen Artikel mit weiteren Impressionen gibt’s hier auf der Bistumswebsite.
Hören Sie auch die Predigt zur Priesterweihe von Mathias Eder 2026: Der Priester, Diener des heruntergekommenen Gottes.
