Foto: Dionys Asenkerschbaumer

Der Sieg, der die Welt besiegt: Über das menschliche Herz und den Glauben

Der Sieg, der die Welt besiegt: Über das menschliche Herz und den Glauben. Die Predigt von Bischof Stefan Oster am Fest des heiligen Maximilian hier zum Nachhören.

Am 12. Oktober 2026 feierte das Bistum Passau den Festgottesdienst zu Ehren des heiligen Maximilian, seines Hauspatrons. Er starb vor rund 1700 Jahren als Märtyrer für seinen Glauben.

Der „Vita sancti Maximiliani“ aus dem 13. Jahrhundert zufolge stammte Maximilian aus einer wohlhabenden christlichen Familie in Celeia, dem heutigen Celje in Slowenien. Nach dem Tod seiner Eltern verteilte er sein Erbe an die Armen und wurde später in Lauriacum, dem heutigen Lorch bei Enns, zum Bischof gewählt. Papst Sixtus beauftragte ihn, in der Provinz Noricum das Evangelium zu verbreiten.

Auf einer Missionsreise kehrte Maximilian nach Celeia zurück. Dort ging der kaiserliche Beauftragte Eulasius gegen die Christen vor und forderte von allen ein Opfer für den Kriegsgott Mars. Maximilian verweigerte sich diesem Götzendienst. Aufgrund der kaiserlichen Edikte wurde er zum Tode verurteilt und starb am 12. Oktober, vermutlich im Jahr 284, als Märtyrer. Seine Reliquien kamen über Bischofshofen und Altötting nach Passau. Im Dom ruhen sie seit 1000 Jahren.

Die Predigt von Bischof Stefan Oster

Bischof Stefan Oster knüpfte in seiner Predigt an die Lesung aus dem ersten Johannesbrief an: „Das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube.“ Was heißt das für Menschen, die mitten in der Welt leben? Seine Antwort führte ins Herz. Es sei nicht nur der Ort der Gefühle, sondern auch der Punkt, an dem Wille, Verstand, Erinnerung und Gewissen zusammenlaufen. Ein Herz könne reifen und heil werden, aber auch zu Stein erstarren. Deshalb verheiße schon das Alte Testament ein neues Herz, und Jesus sei gekommen, um es zu erneuern.

Tief im Herzen nistet sich nach den Worten des Bischofs die Gegenwart Gottes ein. Ob sie wachsen kann, hänge auch von uns selbst ab. Wer etwas mit ganzem Herzen tue, bei dem seien Verstand und Gefühle, Herkunft und Überzeugung zu einer Einheit gefunden. Umkehr heiße deshalb, sich nicht länger von Trends, von der Gesellschaft oder der eigenen Peergroup treiben zu lassen, sondern Gott im eigenen Leben wirken zu lassen. Daraus entstehe eine Fruchtbarkeit, die andere berührt, weil sie spüren: Der Herr ist da.

Das müsse sich allerdings in jeder Lebensphase neu bewähren, etwa wenn Reichtum oder Ehrgeiz auf einmal das Wichtigste werden. Mit Blick auf das Evangelium, in dem der Herr „wie der Dieb in der Nacht“ kommt, stellte der Bischof die Frage, ob wir dann sagen können: „Ist das schön, Herr, dass du endlich da bist?“ Oder erschrecken wir, weil wir mit allem gerechnet haben, nur nicht mit ihm?

Die Spur der Heiligen wie Maximilian ziehe sich durch die Jahrhunderte. Sie ermutige, wachsam zu bleiben und so zu dienen, dass andere Christus entdecken, auch in Menschen, denen man es auf den ersten Blick nicht ansieht. Der Herr gebe keinen verloren.

Die Predigt über das menschliche Herz und den Glauben hier in voller Länge:


Hören Sie auch die Predigt aus dem vergangenen Jahr: Wachen und warten auf den Herrn?