Wie bleibt der Mensch Mensch, wenn Künstliche Intelligenz immer mehr Lebensbereiche prägt? Dieser Frage widmet sich Bischof Stefan Oster im Podcast mit Martin Rothweiler (EWTN). Ausgangspunkt ist die neue Enzyklika von Papst Leo XIV., die den Schutz der menschlichen Würde im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz in den Mittelpunkt stellt. Oster sieht den gegenwärtigen digitalen Wandel als tiefgreifender an als die industrielle Revolution und spricht von einem „Experiment am offenen Herzen“ mit ungewissem Ausgang.
„Experiment am offenen Herzen“
Der Bischof warnt davor, dass technologische Möglichkeiten die Annahme menschlicher Begrenztheit und die Fähigkeit zu echten Beziehungen verdrängen könnten. Kritisch setzt er sich mit transhumanistischen Vorstellungen auseinander, die den Menschen technisch überwinden oder ersetzen wollen. Dem stellt er die unveräußerliche Würde jeder Person und das christliche Menschenbild entgegen: Der Mensch sei Geschöpf und Ebenbild Gottes, seine tiefste Identität liege in der Beziehung zu Gott.
KI und das Menschenbild
Zugleich plädiert Oster für eine bewusste Mediennutzung. Digitale Technologien könnten dem Menschen dienen, dürften ihn aber nicht beherrschen. Notwendig seien Zeiten der Stille, reale Begegnungen und eine vertiefte Glaubenspraxis, um Herz, Freiheit und Menschlichkeit zu bewahren. Hoffnung schöpft der Bischof aus der Erfahrung, dass der Glaube Menschen Orientierung, Freude und eine tragfähige Identität schenken könne – gerade in einer Zeit tiefgreifender technologischer Umbrüche.
Die ganze Podcast-Folge oben als Video zum Nachhören.
Hören Sie auch die Einordnung des päpstlichen Lehrschreibens „Enzyklika Magnifica Humanitas“ von Bischof Stefan Oster.
