Enzyklika Magnifica Humanitas. Eine Einordnung des päpstlichen Lehrschreibens von Bischof Stefan Oster finden Sie hier.
„Magnifica Humanitas“ – so lautet der Titel der ersten Enzyklika von Papst Leo XIV., die am Pfingstmontag 2026 veröffentlicht wurde. Sie beschäftigt sich mit der Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. In einem Video hat sich Bischof Stefan Oster zur ersten Enzyklika von Papst Leo XIV. geäußert.
Die Enzyklika zeige zunächst ein Narrativ auf, das sich durch den gesamten Text ziehe, so Bischof Oster. Zentral sei die Frage, ob sich die heutige Menschheit dafür entscheidet, eine Stadt zu erbauen, “in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen” oder ob sie einen Weg einschlägt, auf dem sich die Menschheit weiter zerstreut. In diesen Kontext setzt Papst Leo die Entwicklung moderner Technologie und insbesondere Künstlicher Intelligenz (KI). Das Internet biete zum einen, so Bischof Oster, unfassbare Möglichkeiten, unterstütze jedoch zum anderen oft weniger Vernetzung und Verständnis als Polarisierung, Zerstreuung und Machtkonzentration. Papst Leo sehe in diesem Spannungsfeld die Menschheit an einem Scheideweg, an dem sie sich die Frage stellen müsse: Nützen wir KI und Technologie egoistisch aus oder nutzen wir beides als Instrument für Solidarität, Kommunikationsfähigkeit und den Aufbau einer Zivilisation der Liebe?
Bischof Oster verwies in seiner Einordnung insbesondere auf das Zentrum der Enzyklika, den Menschen in seiner Großartigkeit (Magnifica Humanitas) mit seiner “unverlierbaren Würde”. Seine Freiheit, Vernunft und die Fähigkeit, die Gegenwart Gottes in sich aufzunehmen, machen den Menschen in seiner Würde aus. Ebenso in seiner Begrenztheit, die sich z.B. in Sterblichkeit und räumlicher Gebundenheit zeige. In Bezug auf die Begrenztheit suggeriere Künstliche Intelligenz heute oft, man könne sie überwinden. Dies sei eine gefährliche Illusion, da wir dadurch ein Stück Menschlichkeit verlieren würden, so der Bischof. Papst Leo wolle uns nahebringen, dass wir nicht den Menschen durch technische Möglichkeiten so weit reduzieren dürfen, dass er austauschbar wird und keine echten Beziehungen zulässt.
Zuletzt geht Bischof Stefan Oster auf drei zentrale Unterpunkte ein, in denen Technologie und KI menschliches Zusammenleben und die demokratische Gemeinschaft laut Papst Leo beeinflussen: Wahrheit, Arbeit und Freiheit. Hier spricht er u.a. über Faktoren wie Desinformation, den Verlust von Selbstwirksamkeit und die Verschiebung von Machtverhältnissen hin zu Einzelnen. Für Papst Leo sei es zentral, Technologie immer wieder neu an die Verantwortlichkeit des Menschen rückzubinden. Ausgehend davon eröffne die Enzyklika für Bischof Oster eine Grundlage, um weiterzudenken.
Das gesamte päpstliche Lehrschreiben finden Sie hier.
Das Video zu „Magnifica Humanitas“ finden Sie oben.
Hören Sie auch die Predigt von Bischof Stefan Oster an Mariä Himmelfahrt am 15.08.2025 in Altötting: Was Maria mit Künstlicher Intelligenz zu tun hat.
