Die Herrlichkeit Gottes - im Tempel in Jerusalem und in der Marienkirche in Landau. Die Predigt von Bischof Stefan Oster anlässlich des Festes zum 300. Geburtstag der Kirche Mariä Himmelfahrt in Landau an der Isar.

Die Herrlichkeit Gottes – im Tempel in Jerusalem und in der Marienkirche in Landau

Die Herrlichkeit Gottes – im Tempel in Jerusalem und in der Marienkirche in Landau. Die Predigt von Bischof Stefan Oster anlässlich des Festes zum 300. Geburtstag der Kirche Mariä Himmelfahrt in Landau an der Isar.

Fast auf den Tag genau 300 Jahre nach ihrer Konsekration im Oktober 1726 hat die Pfarrei St. Maria in Landau am vergangenen Sonntag, 18.10.2026, das Jubiläum ihrer Stadtpfarrkirche und der Steinfelskirche gefeiert. Höhepunkt war ein Festgottesdienst mit Bischof Stefan Oster. Zahlreiche Gläubige sowie ehemalige Kapläne und Wegbegleiter der Pfarrei kamen dazu in der voll besetzten Stadtpfarrkirche zusammen.

Zu Beginn der Feier stellte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Simon Piller die Menschen in den Mittelpunkt, die das Leben der Pfarrei prägen. Nicht nur die historischen Mauern machten eine Kirche aus, sondern vor allem diejenigen, die sie mit Leben füllen. Bischof Stefan Oster knüpfte daran an und erinnerte an die Weihe vor 300 Jahren, bei der über mehrere Tage hinweg rund 5.000 junge Christen gefirmt worden seien. Im Vergleich dazu sei die heutige Feier zwar kleiner, an Freude und Glauben fehle es aber nicht. Die Anwesenden seien, so der Bischof, „lebendige Steine in Gottes Haus“.

In seiner Predigt ging Bischof Stefan Oster der Frage nach, was „Kirche“ im Tiefsten bedeutet: weit über das historische Bauwerk aus Stein hinaus vor allem die lebendige Gemeinschaft der Glaubenden. Anhand einer biblischen Spurensuche – vom Tempel Salomos über das Kind Jesus im Tempel als „Herrlichkeit Gottes“ bis hin zu den Gläubigen von heute – entfaltete er den Weg von äußerer Struktur zu tieferer Innerlichkeit. Die Stadtpfarrkirche sei seit 300 Jahren ein Ort der Begegnung, an dem Menschen ihren Glauben feiern und aus Liturgie sowie Musik neue Kraft schöpfen. Zugleich betonte der Bischof, dass der Glaube nicht im Gotteshaus verharren darf, sondern wie ein „Sauerteig“ im Alltag wirken und in die Stadt hineinstrahlen soll. Christen seien aufgerufen, wie die „Seele im Körper“ der Gesellschaft zu sein und durch Barmherzigkeit und Versöhnung Orientierung zu geben. Abschließend dankte Oster der Pfarrei herzlich für ihren Einsatz, das kirchliche Leben aufrechtzuerhalten und den Glauben an die nächste Generation weiterzutragen.

Für die musikalische Gestaltung sorgten der Kirchenchor und ein Streicherensemble unter der Leitung von Regionalkantor Christian Müller. Bei der Gabenbereitung brachten die Ministranten verschiedene Symbole zum Altar: einen Ziegelstein als Zeichen für das Fundament der Kirche, eine Bibel, einen Globus für die Weltkirche und einen Anker. In den Fürbitten erinnerte die Gemeinde an die Erbauer der beiden Kirchen und an alle, die sich heute haupt- oder ehrenamtlich für die Pfarrei engagieren.

Nach dem Gottesdienst segnete Bischof Oster die restaurierte Ölberggruppe an der Kirche. Die historische Figurengruppe und die Raumschale wurden fachgerecht saniert, die Elektrik erneuert und ein neues Lichtkonzept umgesetzt. Eine Schutzverglasung soll die Figuren künftig sichern. Ein Festakt in der Stadthalle bildete den Abschluss des Jubiläumstages. Die Predigt über die Herrlichkeit Gottes hier zum Nachhören:

Die Predigt über die Herrlichkeit Gottes hier zum Nachhören:


Hören Sie auch die Predigt anlässlich des Tages des geweihten Lebens an Mariä Lichtmess 2019 im Passauer Stephansdom: „Was die Herrlichkeit Gottes mit unserem Christenleben zu tun hat“