Foto: Wolfgang Duschl

Die Arbeit bei der „Tafel“ – und die Liebe, die umsonst ist

Die Arbeit bei der „Tafel“ – und die Liebe, die umsonst ist. Die Predigt von Bischof Stefan Oster zum 25. jährigen Jubiläbum der Tafel in Passau. 

Seit 25 Jahren versorgt die Passauer Tafel Menschen in schwierigen Lebenslagen mit gespendeten Lebensmitteln. Das Jubiläum wurde am Samstag, 31. Oktober, mit einem Gottesdienst und einem Festakt begangen. Bischof Stefan Oster würdigte dabei den Einsatz der Ehrenamtlichen. Wie dringend die Hilfe gebraucht wird, zeigen die aktuellen Zahlen: Rund 700 Menschen, darunter 200 Kinder, werden derzeit versorgt. Weitere 350 Haushalte stehen auf der Warteliste.

In seiner Predigt sprach Bischof Oster über den Zusammenhang von Glauben und Nächstenliebe. Die Sorge um Menschen in Not gehöre zum Kern kirchlichen Handelns. Entscheidend sei dabei auch die Haltung, aus der heraus Hilfe geleistet werde. Unter dem Leitwort „umsonst“ erläuterte er die doppelte Bedeutung des Wortes: etwas ohne Gegenleistung zu geben, aber auch die Erfahrung, dass etwas vergeblich sein kann.

„Ich glaube dann, wenn in uns die Dimension wächst, dass wir einem anderen umsonst dienen“, sagte Oster. Wer aus christlicher Überzeugung helfe, solle keine Gegenleistung erwarten. Mit Blick auf das Evangelium vom Weltgericht erinnerte er daran, im Menschen in Not Jesus selbst zu erkennen: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, habt ihr mir getan.“ Für den Einsatz der vielen Helferinnen und Helfer sprach er seinen ausdrücklichen Dank aus.

Gegründet wurde die Passauer Tafel am 10. Oktober 2001 gemeinsam mit dem Inner Wheel Club Passau. Damals kümmerten sich 25 Ehrenamtliche um 140 Tafelkunden. Seit 2011 steht die Einrichtung unter der Trägerschaft des Diözesan-Caritasverbandes. Heute engagieren sich 85 Ehrenamtliche, die jeden Donnerstag Lebensmittel an Menschen mit Berechtigungsausweis ausgeben. Möglich ist die Arbeit auch durch die Unterstützung von Zulieferbetrieben und privaten Spendern. Die Kapazitäten sind inzwischen weitgehend ausgeschöpft.

Caritasvorstand Stefan Seiderer, der zweite Passauer Bürgermeister Andreas Dittlmann, Innerwheel-Präsidentin Ulrike Kammerer und Ingrid Aldozo-Entholzner, Abteilungsleiterin Caritas und Pastoral, würdigten in ihren Grußworten die Arbeit der Tafel. Peter Zilles, Vorstandsmitglied von Tafel Bayern und Tafel Deutschland, verwies auf die wachsende Bedeutung solcher Einrichtungen angesichts zunehmender Armut. Besonders ausgezeichnet wurden Christine Heinrichs und Christl Eichinger, die bereits zum Gründungsteam gehörten und bis heute mitarbeiten (auf dem Foto zu sehen).

Die Passauer Tafel ist im Caritas-Zentrum Konradinum in Bahnhofsnähe angesiedelt. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden gesucht, Waren- und Geldspenden sind willkommen.

Die Predigt zum Tafel-Jubiläum kann hier nachgehört und heruntergeladen werden:


Spendenkonto der Tafel: Kto. bei der Spar­kas­se Pas­sau: Cari­tas­ver­band f. d. Diö­ze­se Pas­sau e. V., IBAN: DE16 7405 0000 0000 0012 30; BIC: BYLADEM1PAS; Ver­wen­dungs­zweck: Konradinum/​Passauer Tafel.


Hören Sie auch die Predigt zum „Tag des Ehrenamtes“ bei der Caritas: „Unser Glaube und der Dienst am Anderen: Eine Schule zum Glücklichsein“