Biegst Du ab oder gehst auch Du mit unter das Kreuz? Die Predigt von Bischof Stefan Oster am Palmsonntag 2026 hier als Video und Audio zum Nachhören.
„Wie weit sind wir bereit, mitzugehen – bis unter das Kreuz?“ Diese Frage stellte Bischof Stefan Oster SDB am Palmsonntag in den Mittelpunkt seiner Predigt. Der Gottesdienst bildete den Auftakt zur Karwoche. Im Dominnenhof griff der Bischof in seiner Ansprache die Liturgie auf. Sie verstehe sich, so betonte er, als Vergegenwärtigung: „Wir spielen nicht nur Theater“, sagte er. Der Einzug Jesu in Jerusalem werde im Gottesdienst nicht nur erinnert, sondern mitvollzogen. Im Ruf „Gelobt sei der, der kommt im Namen des Herrn“, der im Sanctus der Messe wiederkehre, verbinde sich die Anbetung Gottes im Himmel mit der Gegenwart Gottes unter den Menschen.
Jerusalem deutete er in mehrfacher Weise: als historische Stadt, als Bild für das himmlische Jerusalem, als die Kirche und als „eigenes Herz“. Daraus ergebe sich die Frage, wie weit Gläubige bereit seien, den Weg Jesu mitzugehen – nicht nur beim Einzug, sondern auch auf dem weiteren Weg bis nach Golgatha.
„Wie weit sind wir bereit, mitzugehen – bis unter das Kreuz?“
Mit Blick auf die bevorstehende Karwoche sprach der Bischof auch Situationen an, in denen Menschen im Glauben „abbiegen“. Er verwies auf Erfahrungen aus Prozessionen, bei denen Teilnehmer den Weg vorzeitig verließen und nicht mit in die Kirche gingen. Dieses Bild übertrug er auf den Alltag. Auch biblische Gestalten wie Judas, Petrus oder Pilatus hätten ihren Weg nicht konsequent weitergeführt. Der Glaube könne im Alltag fordern, etwa wenn es darum gehe, sich zu positionieren oder nicht zu schweigen. Die Frage, ob man abbiege oder den Weg weitergehe, stelle sich jedem Einzelnen.
Im Anschluss an die Palmweihe zogen die Gläubigen in einer Prozession in den Dom ein. Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes wurde die Passion nach dem Evangelisten Matthäus gelesen. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Domchor, den Diözesanblechbläsern, Domorganist Ludwig Ruckdeschel und Kantorin Marie Groß unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger.
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