Bischof Barron fordert eine Entschuldigung von Trump

Bischof Barron fordert eine Entschuldigung von Trump. Eine Stellungnahme von Bischof Stefan Oster zur aktuellen Debatte.

Stellungnahme

Für seinen spirituellen, philosophischen und theologischen Beitrag zur Evangelisierung in den sozialen und anderen Medien hat Bischof Robert Barron vergangenes Jahr in Münster den Josef-Pieper-Preis bekommen. Ich habe dazu die Laudatio gehalten. Ich kenne Barron seit der Bischofssynode über die Jugend (2018) persönlich und verfolge das von ihm gegründete Medienunternehmen „Word on Fire“ seit vielen Jahren. Zahllose Menschen in der englischsprachigen Welt – aber auch bei uns – haben über Bischof Barron wieder in den Glauben gefunden oder konnten ihren eigenen Glauben vertiefen. Bischof Barron wurde und wird von Kritikern eine Nähe zum US-Präsidenten Donald Trump vorgeworfen, unter anderem deshalb, weil dieser ihn in die von ihm gegründete Kommission für Religionsfreiheit berufen hat – zusammen mit Christinnen und Christen aus anderen Denominationen und mit Vertretern des Judentums.

Nachdem sich Donald Trump nun in einer für mich erschreckenden Weise über Papst Leo geäußert hat, ist auch Bischof Barron deutlich auf Distanz zum US-Präsidenten gegangen – und hat von ihm eine Entschuldigung gegenüber Papst Leo gefordert. Ich selbst bin über Trump nur mehr fassungslos und halte ihn tatsächlich schon seit seiner ersten Präsidentschaft für gefährlich – in vielerlei Hinsicht. Daher bin ich auch für diese Distanzierung Barrons sehr dankbar. Und um auch das deutlich zu sagen: Nein, nach meiner persönlichen Kenntnis und Überzeugung ist Barron kein Anhänger der MAGA-Bewegung. Seine Mitgliedschaft in der genannten Kommission nutzt er ausdrücklich um das Evangelium und die katholische Soziallehre zu verkünden. Ob das allerdings nach den jüngsten Ausfällen Trumps und den veröffentlichten Ereignissen der Kommission noch in einer neutralen Weise möglich ist, ohne dadurch kompromittiert zu werden, wage ich zu bezweifeln.


Bereits in der Vergangenheit äußerte sich Bischof Stefan Oster zum Verhalten von Donald Trump. Die Stellungnahmen „Über Tradwives und Trump…“ und „Über Charlie Kirk, Glauben und Politik“ finden Sie hier.