Die römische Instruktion, die Mission und die Macht in der Kirche

In Verschiedenes, Wortmeldungen von Bischof Stefan Oster SDB1 Kommentar

Dieses Video ist eine spontane Reaktion über die neue römische Instruktion und die dabei ausgelöste Debatte. Oder über das Zueinander von Macht, Strukturen und echter, missionarischer Fruchtbarkeit.

Zu diesem Video über die Instruktion der Kleruskongregation muss ich aber gleich eine Korrektur anbringen was die Zahlen betrifft: Ich habe die Statistik unter „Eintritte “ so verstanden: Rund 2300 Menschen sind in unsere Kirche eingetreten, davon sind in einer Fußnote rund 2000 als ehemalige Gläubige der protestantischen Kirchen ausgewiesen worden. (vgl. hier: https://dbk.de/…/Eckdaten%20des%20Kirchlichen%20Lebens%20in…)

Meine Schlussfolgerung war: Also sind gut 300 neue Eintritte erfolgt, also Erwachsenentaufen. Das war verkehrt. Die gut 300 waren genauer 341 Menschen, nämlich Christen anderer christlicher Konfessionen, also z.B. Orthodoxe. Mein Fehler!

Die Erwachsenentaufen werden in einer detailierteren Statistik, die ich jetzt erhalten habe, eigens aufgeführt. Es sind für ganz Deutschland 2446. Das sieht im Ergebnis natürlich einiges besser aus (als nur 300) – auch wenn es bei gut 270 000 Austritten immer noch traurig ist im Blick auf unsere missionarischen Bemühungen insgesamt. Gruß Bischof Stefan Oster

Kommentare

  1. Thomas Stelzer-Rothe

    Sehr geehrter Bischof Oster,

    vielen Dank für Ihren Beitrag, der wieder einmal Schwieriges sehr einfühlsam auf den Punkt bringt.

    Grundsätzlich vertreten wir aus voller Überzeugung, dass Betroffene zu Beteiligten gemacht werden sollten. Das bietet die Chance (nicht die Gewissheit), die Kompetenz der Betroffenen in das Geschehen einzubinden und die Qualität von Entscheidungen zu steigern. Durch Beteiligung und Verständnis steht und fällt heutzutage die Umsetzungswahrscheinlichkeit einer Entscheidung. Das ist die von Ihnen zu Recht so bezeichnete soziologische Komponente.

    Die Betonung des Sakramentalen ist allerdings der Unterschied, der einen Unterschied macht. Eine Beratung, ein Austausch und/oder eine Diskussion innerhalb eines Teams aus Menschen in einer Pfarrei sind sicher gerade auch für einen Pfarrer überaus wichtig und wertvoll. Wer dieses Instrument des Austausches als Pfarrer ehrlich und klug in sein Hirtenamt miteinbezieht, ist auf einem guten Weg.

    Wer allerdings nicht nachvollziehen kann, dass das Sakramentale eine wesentliche Bedeutung hat, hat es mit der Instruktion schwer. Dann überwiegt wahrscheinlich die soziologische Argumentation. Hier scheiden sich die Geister.

    Mögliche Quintessenz? Wir sollten mit vielen Christen (und Nicht-Christen) darüber reden, was das Wesentliche ist. Das ist aus der Sicht des Christlichen die persönliche Beziehung zum Herrn, wie Sie es so schön formulieren und die Heilswirkung von Sakramenten. Daraus lässt sich eine Vielzahl von Konsequenzen ableiten. Auf dieser Grundlage gelingt es uns, die Argumentation der Instruktion sehr gut nachvollziehen zu können.

    Arbeiten wir gemeinsam daran und starten wir oder setzen wir das fort! Es ist wohl höchste Zeit bei ca. 270000 Austritten.

    Vielen Dank für Ihre wertvollen Anregungen und einen herzlichen Gruß

    Thomas und Karina Stelzer-Rothe (aus Meerbusch bei Düsseldorf)

    PS: Ich habe mich entschlossen, mir zum Geburtstag zu wünschen, dass meine drei erwachsenen Kinder das Buch Credo (das ich ihnen schenken werde) lesen und anschließend mit mir (und meiner Frau) über all das reden. Es ist wirklich nicht einfach in dieser Zeit, jungen erwachsenen Kindern den Glauben (wieder) näherzubringen, obwohl wir seit über dreißig Jahren daran arbeiten. Aber Ihr Buch scheint uns tatsächlich eine Hilfe zu sein. Und dann schauen wir zuversichtlich, was daraus folgt. Thomas Stelzer-Rothe

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