Die Versuchung und das Böse – Der Vortrag von Bischof Stefan Oster zum Vaterunser hier zum Nachhören.
Das Vaterunser ist eines der wenigen Gebete, die uns Jesus ausdrücklich gelehrt hat. Das Gebet aller Gebete geht den meisten Christen daher leicht über die Lippen. Die Zeile im Vaterunser „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen“ sollte vor ein paar Jahren geändert werden. Papst Franziskus meinte, sie sei missverständlich. Gott führt schließlich der Heiligen Schrift nach nicht in Versuchung. Beten wir also etwas, was Gott gar nicht tut und gar nicht tun kann?
Eine Erklärung hierfür ist, dass nicht Gott, sondern der Geist in Versuchung führt. Bestes Beispiel: Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. Wie Jesus zeitlebens, so konfrontiert Gott auch uns bewusst mit Versuchungen zur Prüfung. Nie aber sind es solche, die wir nicht bewältigen könnten. Und wer ihnen standhält, bewährt sich und kann dadurch persönlich wachsen, in der Beziehungsfähigkeit, in Geduld und Hoffnung, in Stabilität und Lebensweisheit.
Wenn man nun vom Bösen spricht, stellt sich die Frage, ob es „das Böse“ oder „der Böse“ heißt. Die Tradition unseres Glaubens besagt, der Teufel ist ein „gefallener Engel; er ist „reiner Geist“ und damit leiblos. Sprich: Das Böse. Eine Unterscheidung ist heutzutage aber insofern schwer, da wir tagtäglich mit „Bösem“ konfrontiert sind, wie beispielsweise Marktmacht, Waffenhandel, Drogen und Machtmissbrauch.
Trotzdem wir aber anfällig für die Mechanismen dieser Welt sind und selbst nicht die Chance haben, dem Bösen aus eigener Kraft Paroli zu bieten, dürfen wir durch die Zusage Jesu hoffen, der gesagt hat: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“
Mehr dazu im Video von Bischof Stefan Oster über die Versuchung und das Böse im Vaterunser.
Das Video oben zum Nachschauen. Und hier als Audio:
Hören Sie auch den Vortrag „Über das Geheimnis der Vergebung“ von Bischof Stefan Oster in der Reihe über das Vaterunser.
