Die vielen Sprachen und die eine Familie – durch Christus – Die Predigt von Bischof Stefan Oster beim Gottesdienst für Katholiken anderer Muttersprachen im Passauer Stephansdom hier als Audio zum Nachhören.
Dieser Gottesdienst war von Sprachen und Kulturen geprägt: Der Pontifikalgottesdienst für Katholiken anderer Muttersprachen fand erstmals im Rahmen der Maria-Hilf-Woche des Bistums Passau im Dom statt. Entsprechend der vielen verschiedenen Kulturen der Mitfeiernden war dann auch der Gottesdienst gestaltet. Eine afrikanische Tänzerin mit musikalischer Begleitung der afrikanischen Gemeinde unter der Leitung von Robert Kabuye begleiteten den großen Einzug zu Beginn, bei dem auch die philippinische Gemeinde in ihrer Tracht mit dabei war. Chorgruppen und Instrumentalisten verschiedener Sprachen sangen und musizierten Kirchenlieder in ihren Landessprachen. Die Lesungen wurden in Polnisch und Kroatisch vorgetragen. Die Gabenbereitung bei der Eucharistiefeier wurde von der philippinischen und afrikanischen Gemeinde begleitet. Und das Vaterunser wurde von den Mitfeiernden gemeinsam in ihrer jeweiligen Muttersprache gebetet.
Domkapitular Gerhard Auer, der Hauptverantwortliche des Gottesdienstes, begrüßte die Mitfeiernden zu Beginn und dankte dem Bischof, indem er auf eine Botschaft aus dem Hebräerbrief verwies: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht.“ Zugleich dankte er allen, die den Gottesdienst mitgestaltet hatten. Dass so viele Menschen mit verschiedenen Muttersprachen an diesem Tag in den Dom gekommen waren, freute den Bischof Oster dann sehr. „Wir fühlen uns alle als Geschwister und Familienmitglieder“, begrüßte er die Mitfeiernden.
Die vielen Sprachen und die eine Familie – durch Christus
In seiner Predigt ging Bischof Oster auf das Thema Geschwisterlichkeit trotz unterschiedlicher Kulturen ein. Er betonte zuerst den hohen Anspruch des Evangeliums, in dem Jesus sage: „Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.“ Mehr noch: Jesus erwarte von uns, dass wir bereit sein sollten, unser Leben für ihn zu geben, so der Bischof. Was das für ein Anspruch, für eine Forderung sei, fragte er. „Aber, liebe Schwestern und Brüder, wenn wir das Wunder dieses heutigen Tages anschauen, dass so viele Menschen hier beieinander sind und einen Glauben teilen, dann liegt es an ihm.“
Der große englische Schriftsteller C. S. Lewis habe einmal gesagt, Jesus sei entweder verrückt, der größte Lügner oder tatsächlich der Sohn Gottes. „Und wenn er wirklich (…) das größere Leben bringt, wenn unser Zeugnis, dass er von den Toten auferstanden ist, wahr ist und wir ihm folgen, dann kann nur er uns wirklich zu Geschwistern machen.“ Christus als der Sohn Gottes führe uns zusammen. „Wenn wir ihn lieben, wenn wir ihm vertrauen, wenn wir mit ihm gehen, dann lernen wir in ihm, die anderen, auch die eigenen Familienmitglieder, nicht weniger zu lieben, sondern mehr zu lieben. Denn er will uns seine Liebe ins Herz geben, damit wir besser miteinander umgehen können, damit wir Familie sind und erfahren, dass wir Geschwister sind.“
Der Bischof verwies auf die Maria-Hilf-Woche, die wir gerade feiern und in der wir die Gottesmutter Maria besonders verehren. „Jesus hat uns seine Mutter zur Mutter gegeben. Jesus hat uns erklärt, wer der Vater im Himmel ist, dass er ein liebender Gott ist, der jeden von euch kennt. Und er hat gesagt, dass er unser großer Bruder ist und unser Herr, der uns zusammenführen will.“ Jesus mache uns zu Geschwistern, die – je nach Kultur – Jesus anders feiern würden, so der Bischof schließlich. „Jeder anders und jeder schön und jeder kostbar, aber jeder auf seine Weise denselben Gott.“
Die Predigt als Podcast zum Nachhören
Einen ausführlichen Artikel mit weiteren Impressionen gibt’s hier auf der Bistumswebsite.
