Person und Transsubstantiation. Mensch-Sein, Kirche-Sein und Eucharistie – eine ontologische Zusammenschau

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Autor: Stefan Oster

Verlag Herder, kartoniert, 680 Seiten, ISBN: 978-3-451-32292-1, nicht mehr lieferbar

U1_32292-1_Oster.inddAuf dem Boden des abendländischen Substanz- und des neuzeitlichen Subjekt-Denkens entfaltet Stefan Oster einen Personbegriff, in dem Wirklichkeit als Selbstsein und In-Beziehung-sein strikt aufeinander bezogen werden. Er fundiert diesen in einem umfassend ausgewiesenen Begriff von konkreter personaler Erfahrung. Auf dieser Grundlage lässt sich das Geheimnis der Wandlung der Substanz (Transsubstantiation) in der Eucharistie tiefer verstehen und zugleich, wer man selbst, wer oder was Kirche und was Wirklichkeit überhaupt ist.

Kommentare

  1. Thomas Schaedlich

    Hochwürdigster Herr Bischof Oster,

    ich wage mich gerade daran ihre Habilitationsschrift Person und Transsubtantiation zu lesen.
    Es fällt mir nicht leicht, da ich schon zu lange aus dem „akademischen Geschäft“ raus bin und als Gemeindepfarrer eher weniger Kontakt habe.

    Dennoch habe ich eine Frage um Ihre Ausführungen vielleicht etwas besser verstehen zu können.
    Aktuell bin ich noch am Anfang und bei Ihrer kritischen Sichtung des gadamerschen Erfahrungsbegriffs.

    Es geht mir um die Begriffe Wirklichkeit und Wahrheit – Ist das bei Ihnen Deckungsgleich zu verstehen? So scheint es mir zumindest.

    Ich verstehe Wahrheit immer als absolut und Wirklichkeit eher als die durch menschliche Subjektivität erfahrene Wahrheit. Das eine unabhängig vom Menschen, das andere menschliches „Konstrukt“
    Mir scheint es aber gerade in diesem Abschnitt ihres Buches so zu sein, als sei Wahrheit und Wirklichkeit das selbe?
    Ich hoffe, nicht alles missverstanden zu haben.

    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Ihr
    Pfarrer Thomas Schädlich

  2. Bischof Stefan Oster SDB

    Lieber Herr Pfarrer Schädlich,
    danke für Ihre Frage. Ihre Sensibilität für den Text berührt wohl – so wie ich Sie verstehe – tatsächlich einen Kernpunkt der ganzen Arbeit, wenn nicht den Kernpunkt. Und er führt wohl in den Grund, der philosophisch auch unsere konfessionellen Gegensätze hintergründig massiv mitbestimmt.
    Die Frage nach dem Verhältnis von Wahrheit und Wirklichkeit ist natürlich so umfangreich, weil eben auch die ganze Arbeit leitend, dass ich sie hier nicht auf die Schnelle beantworten kann, zumal wir ja auch „Wahrheit“ analog verstehen – also z.B. wie meinen wir Wahrheit, wenn wir sagen 2+2=4 ist wahr. Und wie verstehen wir Christus, der sagt „Ich bin die Wahrheit“? Es sind zwei unterschiedliche Weisen von Wahrheit zu sprechen, die aber innerlich zusammenhängen, in diesem Sinn also „analog“.
    Ähnlich ist es mit Wirklichkeit: Wir sagen manchmal: Dieser oder jener lebt in seiner eigenen Wirklichkeit. Und meinen damit etwas ganz „Subjektives“ – wie Sie es beschreiben. Und es ist ja nicht ganz verkehrt. Jeder von uns lebt in gewisser Weise eben in seiner Wirklichkeit. Aber wir spüren auch, dass wir je „objektiver“, je „wahrhaftiger“ werden, je tiefer wir uns bestimmen lassen von der Wirklichkeit Gottes, von seinem Geist, von seiner geheimnisvollen Gegenwart. Diese – von uns unabhängige – Wirklichkeit fordert uns heraus, verändert uns – steht uns nicht einfach zur Verfügung. Aber wir können uns auf sie einlassen und sie führt dann dazu, dass wir dann „Wahrheit“ anders, tiefer wahrnehmen und auch sagen können. Daher: In einem ersten Versuch würde ich zunächst (!) sagen: Wahrheit ist etwas, was wir über die Wirklichkeit in Sätzen aussagen können. Und je tiefer wir uns auf die Wirklichkeit als Gabe Gottes einlassen können, desto tiefer wird unser Sagen von Wahrheit eben davon bestimmt sein. Sollten Sie das dicke Buch wirklich durcharbeiten, werden Sie auf diesem Denkweg noch mehr hineingenommen werden.
    Mit herzlichem Gruß und den besten Segenswünschen für Sie – SO

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