Gibt es tiefere Sicherheit als die Welt alleine geben kann? Die Predigt von Bischof Stefan Oster anlässlich des adventlichen Gottesdienst für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ordinariat und bei der Caritas am 18.12.2025.
Gemeinsam feierten hunderte Mitarbeitende der Caritas und des Bischöflichen Ordinariates am Donnerstag, den 18. Dezember 2025 eine Rorate-Messe im Passauer Dom. In seiner Predigt stellte Bischof Stefan Oster die Frage nach Sicherheit in den Mittelpunkt – einem Grundbedürfnis des Menschen, das in unsicheren Zeiten besonders an Bedeutung gewinnt. Ausgehend von der biblischen Verheißung „Israel wird in Sicherheit wohnen“ und der Gestalt des heiligen Josef zeigte der Bischof auf, wie brüchig äußere Sicherheiten sein können. Josef handle im Vertrauen auf Gottes Führung und finde darin eine innere Gewissheit, die nicht von äußeren Umständen abhängt.
Oster benannte Faktoren, die Menschen im Alltag Sicherheit geben – Beziehungen, materielles Auskommen, Anerkennung und Selbstwirksamkeit –, wies aber zugleich auf deren Fragilität hin. Persönliche Verluste, politische und wirtschaftliche Krisen sowie kirchliche Veränderungsprozesse könnten Verunsicherung auslösen, auch innerhalb der Kirche selbst. Dem stellte der Bischof die christliche Hoffnung gegenüber. Diese unterscheide sich vom bloßen Optimismus, da sie auch dann trage, wenn sich die Umstände verschlechtern. Christinnen und Christen seien berufen, aus dieser tieferen Hoffnung heraus als „Pilger der Hoffnung“ in der Welt zu wirken.
Weihnachten erinnere daran, so Oster, dass Gott selbst menschliche Unsicherheit annimmt, um den Menschen eine bleibende Sicherheit zu schenken. Aus dieser Quelle wachse Glaubensfreude und Zuversicht: „Dieser Grund, auf den gehen wir an Weihnachten zu. Der ist als der unendliche Gott und die unendliche Liebe ein Baby geworden. In absoluter Abhängigkeit und Unsicherheit. Und er hat sich am Ende kreuzigen lassen, letztlich menschlich gesehen, in absoluter Unsicherheit. Warum? Damit wir etwas von der Sicherheit gewinnen, die nicht nur aus dem Endlichen kommt. Von dort kommt unsere Freude, unsere Fähigkeit, Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung zu sein.“
Im Anschluss an dem Gottesdienst schloss sich eine Zeit der eucharistischen Anbetung an. Danach waren die Mitarbeitenden zur gemeinsamen Weihnachtsfeier eingeladen.
Die Predigt hier zum Nachhören:
Hören Sie auch die Predigt aus dem vergangenen Jahr: Über die Vergebung
