Foto: Stefanie Hintermayr

Unsere Berufung ist Himmel – hier und drüben! – Weltgebetstag 2026

Unsere Berufung ist Himmel – hier und drüben! Die Predigt in der Vesper von Bischof Stefan Oster am Weltgebetstag für geistliche Berufe im Bistum Passau.

Gläubige und Geistliche aus dem ganzen Bistum haben am Sonntag, 26. April, in Fürstenzell mit Bischof Stefan Oster um Berufungen in der Kirche gebetet. Der diesjährige Weltgebetstag für geistliche Berufe stand unter Leitwort „In der Liebe verwurzelt“. Mit ihrem Glaubenszeugnis haben junge Menschen ihre erfüllende Berufung bekräftigt.

Alljährlich wird im Bistum Passau – jeweils wechselnd in verschiedenen Pfarreien – der Weltgebetstag für geistliche Berufe gefeiert. Heuer organisierte das Team von der Berufungspastoral um deren Leiter Domvikar Peter Kunz den Gebetstag am 26. April in Fürstenzell. Das Leitwort: „In der Liebe verwurzelt“. Neben Gläubigen aus dem ganzen Bistum Passau waren auch etliche Priester, Diakone und Ordensleute der Einladung gefolgt, um gemeinsam um geistliche Berufungen in der Kirche von Passau und – darüber hinaus – weltweit zu beten. Ausgangspunkt war das Schulzentrum, wo der Stationenweg zur Pfarrkirche Maria Himmelfahrt startete.

Begleitet von den Fürstenzeller Bläser unter der Leitung von Christian Jünger führte der Stationenweg die Gebetsgemeinschaft vom Schulzentrum über das Bienenhaus und das Maristenkloster schließlich zur Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, der vierten und letzten Gebetsstation. An allen Stationen wurde gemeinsam gebetet, gesungen und Berufungszeugnisse abgegeben. Und an allen Stationen berichteten junge Menschen, die sich bereits im kirchlichen Dienst befinden oder sich aktuell auf einen kirchlichen Beruf vorbereiten, von ihrer Berufung und gewährten den Mitfeiernden einen Einblick in ihr Tun. Am Ende gaben Priesteramtskandidat Christian Eichinger, Diakon Sebastian Albert, Pastoralreferentin Monika Schüllner, Gemeindereferentin Magdalena Deger und Swenja Groß, Postulantin der Schwesterngemeinschaft des Deutschen Ordens ihr Zeugnis ab.

Die Frage nach dem Himmel

In der abschließenden Vesper in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt sprach Bischof Stefan Oster SDB in seiner Predigt über den Himmel als unsere Berufung im Dies- und Jenseits. Er ging zuerst auf die Krise der Berufungen ein. So seien im vergangenen Jahr in ganz Bayern nur sechs junge Männer zu Priestern geweiht worden. „Wir bräuchten viel mehr Menschen, die sich auf einen kirchlichen Beruf einlassen, als wir tatsächlich bekommen“, meinte er. Umso dankbarer sei er für die Berufungszeugnisse, die er gehört habe. Jeder sei schließlich im Leben auf der Suche, so der Bischof, der die Gläubigen dazu einlud, über die Frage nachzudenken: „Wie stellen Sie sich den Himmel vor?“

Jesus: Die Quelle von Schönheit, Wahrheit und Güte

Im Himmel dabei seien zuerst einmal all unsere Verstorbenen und alles, was im Leben Freude gemacht habe. Was aber, wenn Jesus nicht dabei wäre? Diese Frage sei eine Art „Nagelprobe für unseren Glauben“, betonte er. Himmel sei mehr als eine Verlängerung irdischer Wohlbefindlichkeiten. Das habe nichts mit Glauben zu tun. „Ich glaube, jede authentische Berufung – und vielleicht auch jeder authentische Glaube – hat etwas von diesem: Herr, du bist mein Leben.“ Und weiter: „Im Grunde sind alle Schönheiten und Genüsse dieser Welt ein Verweis auf den, der die Quelle von Schönheit, Wahrheit und Güte ist – der über uns selbst hinausgeht.“

Der Himmel: Die volle Präsenz Gottes

Nur in der Verlängerung unserer eigenen Wünsche zu bleiben, sei nicht unsere Berufung, so Bischof Oster. „Wir glauben, dass es eine Erfahrung gibt, zu der wir berufen sind – in der wir die Fülle der Wahrheit, der Schönheit und der Güte Gottes erfahren dürfen und immer tiefer hineintauchen. Das ist der Himmel: die volle Präsenz Gottes, des dreifaltigen Gottes – und natürlich Jesu, der uns einlädt, uns berührt und unser Herz erfüllt.“ Er schloss mit einer Bitte um Gebet „um Zeuginnen und Zeugen, die von diesem Geheimnis berührt sind – einem Geheimnis, das schon hier und jetzt beginnt. Beten wir für sie und danken wir allen, die bereit sind, davon Zeugnis zu geben.“

Die Predigt hier zum Nachhören und Downloaden:

Einen ausführlichen Bericht mit weiteren Impressionen gibt’s hier auf der Bistumswebsite.

Hören Sie hier auch die Predigt zum Weltgebetstag 2025 in Niederalteich: Wenn einem Hören und Sehen vergeht