Ergänzung zum Beitrag „Akademische Theologie als wissenschaftliches Lehramt“

In Wortmeldungen von Pressestellekommentieren

…um Reduzierungen auf das eine oder andere Klischee zu vermeiden.

Natürlich weiß ich um die Entwicklung von Theologie und weiß um die Leistungen der Theologie, auch darum, dass es ein Fortschreiten in den Erkenntnissen gibt. Ohne den Beitrag vieler Theologen und Theologien (!) und die Debatte darum hätte beispielsweise das letzte Konzil gar nicht Texte dieser Qualität hervorbringen können, die es eben hervorgebracht hat. Daher: Nein, es gibt nicht die eine Theologie. Und ich will auch nicht die eine Theologie haben. Und natürlich will ich auch theologischen Diskurs. Das ist doch gar nicht die Frage. Die Frage ist eher: Wann ist eine Theologie und wann sind verschiedene Theologien kirchlich und wann nicht oder nicht mehr? Und wer entscheidet darüber? Und wann kommt es eher zu Rückschritten und Auflösungserscheinungen? Wann ist also Erkenntnis nur vermeintliche Erkenntnis? Wann ist Vielfalt schlechte, weil zersetzende Pluralität und wann ist theologische Pluralität wirklich positive, sich gegenseitig ergänzende Vielfalt? Denn dass es auch schlechte Pluralität gibt, ist aus meiner Sicht völlig offensichtlich! Aber wer entscheidet darüber, was hier gut oder schlecht, richtig oder falsch ist – wo doch alles unter dem Gewand vermeintlichen Erkenntnisfortschritts daher kommt? Und darüber hinaus: Wann ist Theologie eher Selbstdarstellung oder eher bloße Interessenvertretung des/der Theologen und wann lebt sie aus dem ehrlichen Dienst an Gott, aus der Liebe zu Gott und zur Kirche und ihrem Sendungsauftrag? Und wenn die Liebe zur Kirche hier mit hineingehört – wovon ich überzeugt bin – ist womöglich die schwierigere Hintergrundfrage: Wer oder was ist überhaupt die Kirche, wenn ich sie auch noch lieben und ihr dienen soll? Über solche Fragen lohnt sich die Debatte allemal.

Kommentieren