Warum verehren wir Maria als „Hilfe der Christen“? Die Predigt von Bischof Stefan Oster anlässlich der Marienandacht in der Pfarrei Stubenberg.
Im Rahmen der Mariahilf-Woche feierte Bischof Stefan Oster SDB eine feierliche Marienandacht in Stubenberg. Gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen stellte der Passauer Oberhirte dabei die tiefe Bedeutung der Gottesmutter für den christlichen Glauben in den Mittelpunkt seiner Verkündigung.
Ausgehend von einer Textstelle aus dem Johannesevangelium verdeutlichte der Bischof eine Besonderheit dieses Evangelisten: Maria werde dort nur zweimal erwähnt – und das jeweils ohne ihren Namen, lediglich als „die Frau“ oder „die Mutter Jesu“. Einmal bei der Hochzeit in Kana ganz zu Beginn des Wirkens Jesu, und das zweite Mal in dessen letztem Hoheitsakt am Kreuz. Dort vertraut Jesus seine Mutter dem „Jünger, den er liebte“, an.
Bischof Oster schlug in seiner Auslegung eine Brücke zum Alltag der Gläubigen: Jener namenlose Jünger, der in der Tradition mit Johannes gleichgesetzt wird, werde in den anderen Evangelien durchaus auch als „Versager“ mit menschlichen Schwächen und Ängsten dargestellt. „Das ist tröstlich für uns alle“, so der Bischof. „Dieser Mann erfährt, dass seine eigentliche Identität darin liegt, von Jesus geliebt zu sein – trotz aller Schwächen.“ Indem Jesus ihm vom Kreuz herab Maria zur Mutter gibt, werde sie zur Mutter der Kirche und aller Gläubigen.
Maria, Hilfe der Christen
Im zweiten Teil seiner Predigt ging Oster auf die historische und persönliche Bedeutung des Festes „Maria Hilf“ ein. In schweren historischen Krisen – wie den Türkenkriegen im 17. Jahrhundert, als der Kaiser in Passau Zuflucht suchte, oder während der Gefangenschaft des Papstes unter Napoleon – hätten die Menschen im Gebet zur Gottesmutter Rettung gefunden.
Auch persönlich sei er eng mit diesem Ehrentitel Mariens verbunden: Oster gehört dem Orden der Salesianer Don Boscos an, deren Hauptfest der „Maria-Hilf-Tag“ am 24. Mai ist – exakt der Tag, an dem Oster später zum Bischof von Passau geweiht wurde.
Gerade in der heutigen, von Umbrüchen und einem spürbaren Glaubensverlust geprägten Zeit, sei die Zuflucht zu Maria aktueller denn je. „Wer ein inniges Verhältnis zu ihr hat, kommt tiefer und leichter zu ihrem Sohn, denn um ihn geht es ihr immer“, betonte der Oberhirte. Die Nähe zu Maria schenke den Gläubigen Festigkeit, Schutz vor Anfechtungen und den Mut, demütig, aber überzeugt über den eigenen Glauben zu sprechen. Die Andacht schloss mit dem gemeinsamen, kraftvollen Gebet: „Maria, du Hilfe der Christen, bitte für uns.“
Die Predigt hier als Audio zum Nachhören:
Hören Sie auch die Predigt „Zeitenwende für Kirche und Welt“ von Bischof Stefan Oster zum Hochfest „Maria, Hilfe der Christen“ am 24. Mai 2021.
