Knechtschaft durch das Gewissen oder Freiheit im Geist – eine Pfingstbetrachtung

In Glauben erklärt, Texte/Präsentationen von Bischof Stefan Oster SDB6 Kommentare

In unserem Bild vom Menschen gibt es etwas, was viele Religionen aber auch andere weltanschauliche Überzeugungen teilen: Wir glauben, dass jeder Mensch ein Gewissen hat. Und deshalb verbindet auch fast  jeder etwas mit diesem Wort. Aber wenn wir fragen, was das genau ist, dann kommen wir leicht ins Schleudern. Es ist nicht leicht herauszufinden, was es ist und was es sagt, das Gewissen. Aber wir sind immerhin gewiss, dass jeder Mensch, der sich wirklich um ein Leben bemüht, das wahrhaftig und gerecht ist, sich auch am Spruch seines Gewissens orientiert. Und so ein Mensch wird im Gehen des Weges der Wahrhaftigkeit mehr und mehr merken: „Mein Gewissen ist nicht identisch mit meinem Ich. Ich merke vielmehr, ich stehe unter einem Gesetz, das mir befiehlt. Und das bin ich nicht selbst. Es gibt etwas in mir, das in bestimmten Situationen weiß: Jetzt musst Du so oder so handeln. Es geht im Grunde nicht anders.“

Je genauer wir nun hinsehen, merken wir, dass das Gewissen auch loben kann und tadeln kann, es kann drohen: „Wenn Du das und das tust, hat das diese Konsequenzen.“ Es kann auch verheißen: „Wenn Du so handelst, dann bleibst Du Dir wirklich treu.“ Und wir merken, je genauer wir danach zu leben versuchen, desto weniger Einfluss oder Gewalt haben wir tatsächlich über unser Gewissen. Wir können es ignorieren, wir können es verdunkeln, zum Beispiel indem wir uns bestimmte Bereiche reservieren, in den wir den Gewissensspruch nicht hineinlassen. Wir können in manchen Bereichen unserer Gier folgen, unserem Stolz, unserer Eifersucht, aber das Gewissen bleibt da und sagt: „Es ist nicht recht.“

Je feiner das Gewissen, desto deutlicher der Befehlston

Und nun gibt es noch einen weiteren, schwierigen Aspekt bei der Frage nach dem Gewissen: Je mehr ein Mensch lernt, seinem Gewissen zu folgen, es zu verfeinern, es besser zu verstehen, desto mehr wird er nicht einfach zu sich sagen können: „Bin ich großartig, ich folge immer meinem Gewissen.“ Nein, er macht vielmehr die Erfahrung, dass das Gewissen strenger wird. Er hört es mit mehr Autorität. Der Befehlston wird klarer. Er merkt: Es gibt in mir ein Gesetz, dem ich immer besser folgen sollte. Und das Dilemma ist, er merkt gleichzeitig: „Ich kann gar nicht allem folgen, was mein Gewissen mir sagt!“ Denken wir etwa an Uli Hoeness, der von vielen Leuten vor dem öffentlichen Skandal als großer Wohltäter gepriesen worden war. Wenn er das tatsächlich ist, dann bin ich sicher, dass er in dem Bereich, in dem er sich verfehlt hat, trotzdem sein Gewissen gehört hat, aber die Gier war irgendwie größer und hat ihn offenbar übermannt.

Mein Gewissen lässt mich also erkennen: In mir bleiben Stolz, Eigensinn, ungeordnete Leidenschaften, Gier, Lästereien, Eifersucht und vieles mehr. Ich bring das nicht einfach los, obwohl mein Gewissen etwas anderes sagt. Ich kann mich nicht einfach selbst zu einem besseren Menschen machen. Wir erkennen folglich, dass wir im Grunde wirklich ein Problem mit unserem Gewissen haben. Je mehr wir ihm zu folgen versuchen, desto mehr machen wir auch die Erfahrung, dass wir scheitern. Das heißt, es gibt ein Gesetz in mir, das von meinem Ich unabhängig ist, das mich einlädt wahr und gut zu sein, in allen Bereichen meines Lebens. Und dieses Gesetz ist gleichzeitig mein Richter, der den Daumen über mich senken lässt. Es gibt Bereiche in meinem Leben, da kann ich es nicht, soviel ich vielleicht auch will. Das Gewissen ist ein Spruch an mich, der meine Kräfte übersteigt.

Gefangener – vom Fleisch bestimmt

Aber wenn das nun stimmt, dann bleibe ich auch ein Gefangener, ich bleibe in den Worten des Apostels Paulus vom Fleisch bestimmt, also von all den Seiten in mir, die sich eigenmächtig behaupten wollen. Und zwar in zwei Richtungen: Mal meinen wir, wir können stolz auf uns sein, weil wir aus uns selbst so gut sind. Aber wenn es mir nicht gelingt, dem Gewissen zu folgen, dann tendiere ich dahin, von ihm gar nichts wissen zu wollen. Ich neige dann dazu, es zu verdunkeln, es auszublenden. Und selbst dann, wenn es mir gelingt, meinem Gewissen zu folgen, bin ich noch längst nicht an dem Punkt, jemandem danke zu sagen. Das Gewissen fühlt sich nämlich zunächst einmal an, wie ein abstraktes Gesetz, wie der Spruch einer Autorität. Und nicht wie die Stimme eines liebenden Vaters.

Damit sind wir bei der Frage, was diese Vorrede über das Gewissen in einer Abhandlung über Pfingsten zu suchen hat: Ich bin überzeugt, dass der Geist Gottes eine Erfahrung schenkt, die im tiefsten Sinne befreit. Paulus spricht im Römerbrief (8,15) davon, dass wir von jetzt an nicht mehr Sklaven sind, nicht mehr Gefangene des Fleisches, und eben auch nicht mehr unter der Knechtschaft eines nur abstrakten Gewissensspruches stehen. Wir sind jetzt ins Haus eingeladen, und wohnen nicht mehr in der Sklavenhütte, wir sind Kinder unseres Abbas, unseres lieben Vaters. Wir glauben, dass es einen Geist gibt, der uns versöhnt mit Gott, der unsere Widersprüche hilft zu lösen, der uns befähigt, im besten Sinn des Wortes ein liebender, ein guter, ein herzensreiner Mensch zu werden.

Die Stimme des liebenden Vaters

Das bloße Gewissen lehrt uns zwar Wahrheit, aber zugleich lehrt es letztlich das Scheitern. Aber der Geist lehrt uns: „In all Deinem Scheitern will ein Mann in dein Herz hineinkommen, der für dich gestorben und auferstanden ist, der dein Leben von innen her heil machen will. Der tausendmal mehr ist als ein abstrakter Gewissensspruch, der jede Forderung des Gewissens für dich schon erfüllt hat. Es ist ein Mann, der dich erlöst, der dich liebt, der dich heimführt in das Haus des Vaters.“ Und dieses Geschenk des Geistes ist eine neue Qualität. Der Geist ist die Kraft in uns, die uns hilft, Jesus zu erkennen, zu lieben, ihn in unser Herz zu lassen und immer neu aus ihm die Vergebung der Sünden zu empfangen. Es ist sehr häufig so in der Schrift: Wenn in der Kirche das Herabkommen des Geistes geschildert wird, kehren die Leute um. Sie tun Buße, sie erkennen ihre Gefangenschaft und fragen: „Was müssen wir tun, um gerettet zu werden?“ Und die Antwort ist immer: „Geht zu Jesus. Lasst Euch taufen. Lernt ihn zu lieben, mit ihm zu leben, lasst euch ein auf die Freundschaft mit ihm.“

Alles andere, sagt uns Paulus im Römerbrief, alles andere bleibt letztlich vom Fleisch bestimmt, also von der Seite in uns, die ohne Gott auskommen will. Warum? Weil nur der Geist mich selbst in bestimmter Hinsicht de-zentralisiert. Er hilft mir zu verstehen: „Je tiefer ich ins Vertrauen finde, desto mehr bin nicht mehr ich selbst der Mittelpunkt in meinem Leben, sondern du, Herr. Dir will ich alles übergeben, aus dir will ich leben. Du hast jeden Spruch des Gewissens erfüllt und überboten, wenn ich dich lieben lerne, dann beginnt in mir das Vertrauen zu wachsen, dass Gott mehr ist als Gesetz, nämlich liebender Vater; dann will ich in deiner Nähe leben, aus deiner Kraft, weil ich hier spüre: Hier ist es hell und wahr und voller Geist. Und dann spüre ich, wie die Kraft auch in mir wächst, wahrhaftig und gut zu leben – und dann merke ich immer mehr, was es heißt, von innen her, vom Herzen erfüllt, ein Kind Gottes zu sein.“ Dann wird in uns das Gewissen keineswegs überflüssig, aber wir spüren, dass der vermeintlich so strenge Gesetzgeber, der Urheber unsres Gewissens ein liebender, ein barmherziger Vater ist, der uns berühren will, der uns heraushelfen will, der uns beschenken und umarmen will. Ich muss und kann mich nicht selbst besser machen, ich kann mich lieben lassen und im Geist eine Antwort geben, die mich spüren lässt: In diesem Geist werde ich nach und nach ein Mensch, der froh ist, liebesfähig ist, vertrauen kann, hoffnungsstark ist, geduldig ist, gütig ist und anderes mehr.

Wir dürfen uns also besonders auch am Pfingstfest fragen: Ist in meinem eigenen Leben der Geist gegenwärtig? Gibt es eine Sehnsucht in mir, die sich nach Jesus sehnt, die sich danach sehnt, aus seiner Gegenwart zu leben und zu lieben – ihn und die Menschen? Gibt es in mir eine Sehnsucht danach, ihn immer besser kennen zu lernen, zum Beispiel indem ich wirklich ernst nehme, dass es da ein Wort Gottes gibt, eine Heilige Schrift, die von vorn bis hinten nur von ihm erzählt. Oder werde ich vom einem Geist bestimmt, der in mir sagt: „Nein, dieses Buch ist die langweiligste Lektüre, die man sich denken kann!“ Gibt es in mir eine Sehnsucht nach Begegnung mit dem Herrn im Gebet, dem Ort, wo ich Freundschaft mit ihm pflegen kann, wo ich auch so etwas wie Intimität mit Gott erleben kann? Oder gebe ich dauernd dem Geist in mir nach, der da sagt: „Lass das mit dem Gebet, das bringt überhaupt nichts.“ Und dann weiter: Merke ich in mir, dass die Fähigkeit wächst, auch Menschen zu ertragen oder gar gern zu haben, die mir schwer fallen? Oder suche ich mir dauernd Gründe, die mir rechtfertigen, warum es gar nicht geht, auch diesen Typen jetzt noch zu ertragen?

Ich denke schließlich, dass es im christlichen Leben letztlich und in der Tiefe einzig darum geht, immer tiefer aus der Gegenwart Jesus zu leben. Der Geist ist es, der uns die Kraft zur Umkehr und zur Erneuerung schenkt. Der Geist ist es, der uns zu Söhnen und Töchtern macht, denen man ansieht, zu wem sie gehören und wen sie lieben.

Ein persönliches und ein gemeinschaftliches Geschehen

Schließlich: Umkehr, Erneuerung, Leben aus dem Geist, das ist ein persönliches Geschehen, aber nicht nur. Es ist auch ein Geschehen, das zugleich in Gemeinschaft geschieht. Sie kennen das: Sie kommen an einen Ort, und Sie denken, hier ist guter Geist, hier ist gutes Klima, gute Atmosphäre. Hier ist wie selbstverständlich Gebet, hier ist wie selbstverständlich frohe und tiefe Orientierung auf Gott hin. Hier ist gut sein. Oftmals sind Wallfahrtsorte solche atmosphärisch dichte Orte. Aber diese Dichte, diese Atmosphäre wird getragen von Menschen, von Menschen, die Geistträger sind, von Menschen, die aus der Gegenwart Jesu leben wollen. Und wo es mehrere sind, die so leben, die Sehnsucht danach haben, da bilden immer wieder von neuem Kirche. Da wächst eine Atmosphäre des Glaubens, in die man hineingehören will. Da wächst eine Atmosphäre, in der auch der Geist Gottes wirklich Heimat in den Herzen der Menschen hat, eine Atmosphäre, in der Jesus wohnt.

Als Bischof darf ich erleben, dass es in unserem Bistum, in unseren Pfarreien und Einrichtungen viele Menschen gibt, die diese Sehnsucht haben, dass das Leben aus dem Geist wieder neu erfahrbar wird. Es gibt viele Menschen, die sich danach sehnen, dass unsere Kirchen, Klöster und kirchlichen Einrichtungen Orte der lebendigen Glaubenserfahrung bleiben oder immer mehr werden, der Erfahrung des Geistes Gottes, Orte der Begegnung mit dem Herrn. Deshalb bin ich auch voller Hoffnung, dass die vielen heutigen Reden von Kirchenkrise, Strukturkrise, Berufungskrise, Glaubenskrise und anderem mehr… , dass das alles nicht das letzte Wort haben wird. Ich bin vielmehr überzeugt, dass Gottes machtvoller Geist immer neu einen Anfang von Kirche unter uns machen wird und machen will. Auch in unseren Bistümern in Deutschland. Und er will und kann es vor allem mit all denen, deren Sehnsucht nach seiner Gegenwart so groß ist, dass sie bereit sind, ihr Leben von ihm auch umgestalten zu lassen. Es sind die, die immer neu voll Vertrauen ihr Herz öffnen und Gott mit dem Ruf entgegen gehen, der seit zweitausend Jahren aus dem Herz der Kirche erklingt: „Komm, Heiliger Geist und erneuere das Angesicht der Erde – auch in deiner Kirche. Und fange bei mir an.“

Kommentare

  1. Gudrun Wasserfaller

    Gott ist allmächtig und sein Name ist allezeit heilig.Welche Allmacht hinter dem Wirken des hl Geistes steht ,
    ist für uns Menschen wohl unfassbar .
    Ich beobachte hoffentlich richtig ,dass der hl.Geist in der Hinwendung des Menschen eine langsame oft von außen lange nicht sichtbare Wandlung vollzieht indem er von i nnen heraus heilt . Im Pfingsterlebnis kommt er dann so plötzlich und unerwartet,indem er beauftragt und die Gemeinde sendet
    Ich glaube der hl Gott wird auch die Kirche ,den Leib Christi von innen heraus heilen und erneuern so es sein Wille ist, sie Ihm für alles dankt und in allem Wirken die Ehre erweist.
    Ich denke das der hl.Geist gegeben wird und in der Treue zu Christus und seinem hl. Wort dieses plötzliche Brausen auch wieder eine Wandlung in den Gemeinden vollziehen will , die dann auch neu gesendet wird um die Wiederkunft Christi vorzubereiten.Ich sehe in der hl Schrift dass Gott immer wieder Wandlung vollzieht und die Kirche ,der Leib Christi nicht zerbricht sondern neu geformt wird.Die Sehnsucht und die Wahrnehmung,dass letztendlich jede Einsamkeit auf Gottesferne zurück zu führen ist und auch Gläubige eine Wandlung ersehnen vor allem zurück zu finden in die Urform des Glaubens und der Versammlung in der Christus selbst wieder der Mittelpunkt ,das Haupt den König aller Könige darstellt und deine größte Sehnsucht“ die Errettung der verlorenen Seelen.“Trotz der Anwesenheit der Jünger und Marias in der Versammlung fehlte doch die Anwesenheit des Herrn, über alles vermisst wird ihr geliebter Meister.Die Versammlung genauso ratlos wie heute, vor einem Problem steht ,mit der Frage“Wie gehts weiter?“ So die heutigen Kirchen?.“Christus ist offensichtlich damals wie heute in dieser und allen anderen Lebensfragen unersetzbsr ,weil er selbst das Leben ist .Unersetzbar!Durch niemanden außer durch seine Gnade im hl Geist. Ob der hl Geist die Gnade Gottes selbst ist, oder was oder wer ist von Jesus Christus da gesandt??
    Alles Geheiligte und die wun derbare Schöpfung das wunderbare Wirken und Heilen können nur Zeugnis geben und sind letzendlich Gottes Gnade selbst weil nur Er wahrhaft,allmächtig und heilig ist.Alles geschieht unter Gottes Gnade und Zulassung und „Nichts können wir ohne ihn vollbringen „das bedeutet aber nicht,dass das Böse sein Tun und Wille ist .Gottes Zulassung schmerzt und doch wendet Er wiederrum aber alles zum Besten für jene die ihn lieben.Er will es zulassen eben weil fie Menscheit in Glâubige und Ungläubige gespalten ist und das Leid oft die letze Gnafe darstellt zu Gott zu finfen um auf ewig gerettet zu sein.Gott weiß was er zulassen kann um die Wiederkunft Christi vorzubereiten die Mensvhen zu eretten und durch den hl.Geist zu wirken damit sich die Hl Schrift erfüllt.Zusammenbrüche alter Strukturen können durchaus Gottes hl Wirken sein. Ich will damit sagen,dass ich glaube
    dass der Umbruch in der Welt und Kirche,Gottes Wille sein kann und einer Zweckerfüllung dient „Seiner geheimen Offenbarung“Die Weltgeschehnisse mögen dazu genutzt werden auf‘ Den Allerheiligsten“ zu wartenund zu erkennen dass wir alle teilweise so „Mâchtigen Götter“ ohne seine Allmacht im hl.Geist hilflos sind.Wir können nichts verândern wozu wir nicht durch den hl.Geist befähigt sind ,und gerade deshalb braucht es die hl.Schrift um die Geister zu prüfen weil der Feind Gottes um unsere Sehnsucht und Einsamkeit weiß.Christus der Auferstandene,_der uns einen neuen Himmel und eine neue Erde versprochen hat.wird in der Kraft des hl Geistes wiederkommen und wir sollten davon ablassen uns dagegen mit falschem Wunschdenken aufzulehnen.Wir erinnern uns an die Situation mit Petrus als er Gottes Willen im Blick auf das Kreuz des Sohnes absprechen wollte „Weiche!!befiehlt er dem Satan. der in dieser Situation für Jesus zu erkennen war.Vll sind wir deshalb nicht mehr so gesegnet in der Jüngerschaft weil uns ganz einfach die Leidensbereitschaft fehlt.Wir wollen alles sein,aber das Kreuz wollen wir nicht.!Christus spricht aber in der Nachfolge gerade vom Kreuz.Vll ist die Annahme des evtl auferlegten Leidens eine der demütigsten Formen eines Jüngers Gott zu begegnen und ganz ins Herz zu lassen Im Kreuz ,im Versagen sind wir ohne Christus unseren Herrn „klein,ohnmâchtig und allein “ Da
    sind wir besonders angewiesen auf Gott und Sein Dasein Petrus als Bild des Versagers ihn hat Gott gewâhlt in ihm konnte der hl Geist mâchtig wirken nachdem er als“kleiner Gott“im menschlichen Selbstbewustsein und der Selbstkraft zerbrochen war.Im Blick auf die Ewigkeit war es Gnade ,der hl Geist hilft uns den Blick in allem auf die Ewigkeit hin zu lenken.
    Wenn wir Christus anrufen rufen , bitten wir automatisch darum,dass er uns seinen hlGeist sendet,dies mögen wir dazu einmal bedenken.In der hl Schrift wird nach meinem Verstehen , der hl.Geist in der Sehnsucht nach dem Herrn oder in der Sehnsucht seiner Erwartung gerufen.Das stellt sich aus meiner Sicht nicht getrennt dar..Christus ist die Tür zum Vater und auch fer Weg zum hl Geist. Auch so manches Leid ist das Wirken Gottes ,weil es uns demütiger und hilfloser macht,zu all dem,was wir im Fleisch oder Ego eben nicht sein wollen .In der Ohnmacht können wir erkennen wie sehr wir Gott auf Gott angewiesen sind .Mögen wir der Gnade folgen und dem Lobpreis aller Engel und Heiligen Folge leisten.!“Nicht mich bete an“!!!Johannes ,Gott bete an.
    Alles was von Gott kommt ist durch den hl Geist gewirkt selbst das Kommen des Sohnes Gottes bis hin zur Auferstehung und Wiederkunft.,Wollen wir anhand biblischer Offenbarung und Gnade alle die Knie beugen und Gott in seiner unfassbaren Herrlichkeit lobpreisen. In Ehrfurcht und Dankbarkeit gemeinsam in der Gemeinschaft aller heiligen Engel aller geheiligten Gottes mit Psalter und Harfe und im Gebet dass der Herr uns selbst zu beten gelehrt hat.
    Christus spricht“Ich sende euch ,den hl Geist“meinen Geist!“
    „Bitte Herr Jesus Christus ,sende uns den hl.Geist“Amen

  2. Lucia Huber

    Das Gewissen meldete sich in mir, vergib deiner mutter, denn sie konnte nicht anders handeln, weil sie so sehr gefangen war im menschlichen ich. sie wußte nicht was sie tat. eine andere stimme kam hoch, sie hat dich fast totgeschlagen, sie hat tiere misshandelt, ihr sollst du vergeben? als ich den glauben verlor in der kindheit wurde die stimme sehr laut, ich verspürte nur noch wut auf meine mutter. aber auch eine sehnsucht, ich konnte es nicht erklären welche sehnsucht. ich spürte ich möchte dorthin wo alles friedlich ist, im einklang mit allem. in der zeit wo ich gott immer wieder wegschob wurde ich immer zerrissener, bis eines tages irgendwas passierte. ich spürte ein ziehen im herzen, das ziehen wandelte sich in schmerz, so großer schmerz dass ich die tränen nicht mehr aufhalten konnte. der schmerz war wie feuer, es brannte lichterloh, ich ging sprichwörtlich in die knie. ich musste aufgeben, kein kampf mehr, ich lies mich fallen. gegen diese kraft kann ich nichts tun, sie ist einfach allmächtig. mit der zeit konnte ich meiner mutter vergeben, ihre handlungen kann ich nicht gutheißen, aber den menschen konnte ich vergeben. ich verurteile sie nicht mehr, frage nicht mehr nach wo sie jetzt ist, oben oder unten. das entscheidet christus wo sie jetzt sein muss oder darf. jetzt kämpfe ich mit der nächsten vergebung, ich höre beide stimmen, die fordernde, die sagt du solltest deinen mann vergeben, aber auch die andere. warum sollst du ihm vergeben, weißt du nicht mehr was er dir alles angetan hat, er wollte dich sogar auf seinen letzten weg mitnehmen! ich weiß ich brauche noch ein wenig zeit, aber ich habe vollstes vertrauen, dass irgendwann der hl. geist ein weg findet diesen harten teil im herzen zu sprengen. ich vertraue ihm, gott vater und christus. so wie gestern abend im gottesdienst. durch das hochwasser protestierte immens mein rücken, ich konnte kaum in das auto einsteigen. ich betete und rief um hilfe, nicht schon wieder so viele tabletten oder krankenhaus. es passierte was sehr schmerzhaftes aber auch sehr schönes. wieder das ziehen in meinem herzen, das sich steigerte bis hin zum feuer. ich konnte kaum mehr atmen, mir wurde es schwarz vor den augen. es kam ein druck von oben, die kirche war erfüllt von heilung, liebe und harmonie. eine stunde später konnte ich mich wieder bewegen, ich konnte wieder tief schlafen ohne große schmerzen. ich bin mir zu 100% sicher dass auch diesmal der hl. geist in mich fuhr und meinem körper in normalzustand brachte. heute geht es mir einigermaßen gut und ich muss feststellen dass ich süchtig werde, wenn ich die göttlichkeit mal ein paar minuten nicht so gut spüre, werde ich unruhig, ich bin rastlos. ich rufe christus und bitte ihn seine liebe zu verstärken, alles auf einmal kann er nicht geben, das würden wir nicht aushalten. eine kleine Erfahrung von mir mit dem hl. geist… gottes segen.

  3. Gudrun Wasserfaller

    In sehr verwundeten Beziehungen ist man manchmal so gar nicht in der Lage aus sich heraus zu verzeihen .Es ist ein Geschenk Gottes ,dass wir ihn bitten dürfen dort Vergebung zu schenken oder zu lieben oder für einen Menschen zu beten wo wir dazu nicht in der Lage sind.
    „Vater vergib……“

    1. Lucia Huber

      Alles ist ein Geschenk Gottes, alles ist ein Wunder, jeder Tag. Der Mensch sollte es annehmen, die Geschenke Gottes. Aber auch aktiv sein, ich muss bereit sein dafür. Ich kann jetzt nur für mich schreiben, ich hatte lange Zeit nicht den Willen meiner Mutter zu vergeben, ich hatte nur noch Wut für sie, konnte lange Zeit nicht ans Grab gehen, ich hatte Verachtung für sie. Nachdem ich die Türe für Jesus aufgemacht habe, begann ich darüber nachzudenken, irgendwann fühlte ich Mitleid für meine Mutter. Ein kleiner Funken der immer größer wurde. Habe oft gebetet, weil ich endlich frei sein wollte. Sogar meinen Priester bat ich mir zu helfen, ich die lieber die Kirche von außen betrachtet habe und jeglichen Geistlichen abgelehnt habe. Wir haben gemeinsam gebetet. Dann geschah das Wunder, ich spürte wie eine Kraft in mich fuhr, die Heilung. Ich konnte meiner Mutter vergeben. Dadurch bin ich freier geworden, die Vergangenheit ist nicht mehr jeden Tag präsent, es rückt weiter weg. Ich vertraue Gott, dass er mir wegen meinem verstorbenen Mann auch hilft. Jetzt und Heute bin ich noch nicht bereit dafür, ich spüre noch Abwehr, so eine Art Rache, er soll leiden wie ich gelitten habe, aber ich fühle noch was anderes und das wird stärker, das andere möchte Vergeben, damit ich und er seine Ruhe finden können. Ich vertraue unserem Vater und bin Dankbar, Dankbar dass ich ihn so spüren darf, dass er mir zur Seite steht, zu mir spricht. Ich war gestern so sehr Dankbar dass er mir die Schmerzen genommen hat, wieder auf Normallevel bin. Aber dafür muss ich mich öffnen, mich auf ihn einlassen, die Türe aufmachen damit Jesus zu mir eintreten kann.

  4. Gudrun Wasserfaller

    Möge Gott Sie durch die hl.Pforte führen wo Kummer und Leid eines Tages zum Segen werden.
    Vater vergib ihnen ,sie wissen nicht was sie tun‘
    Die Liebe weist darauf hin dass auch die ,welche uns verletzen im Laufe ihres Lebens ,gelitten haben
    „Überwindet das Böse mit Gutem“
    Manchmal hilt es uns Menschen dort Frieden zu finden wo wir für uns selbst um Vergebung bitten
    Möge die Liebe Christi alle Wunden heilen!

    1. Lucia Huber

      Darauf vertraue ich sowieso, ob Kummer und Leid ein Segen sind, na ja. Davon bin ich jetzt nicht überzeugt, es könnte auch ohne die ganzen Leiden gehen. Gott möchte nicht dass wir leiden oder Kummer haben, alles negative ist von Menschenhand gemacht. Unser Wille geschehe… Wenn nur sein Wille geschehen würde, dann ist das Leben hier aber völlig anders. Nicht zu vergleichen mit dem Jetzt und Heute.
      Ich weiß dass meine Mutter und mein Mann mal gelitten haben, ich kann aber meine Verletzungen nicht weitergeben an andere, es ist meine Entscheidung wie ich damit umgehe. Ohne zu Verurteilen oder zu Richten, aber ich selber habe es in der Hand, verletze ich damit andere oder sehe ich zu dass ich die Heilung bekomme. Öffne ich mich der Göttlichkeit oder falle ich ins menschliche Ich und quäle andere die schwächer sind als ich. Und wieder kann ich mich selber als Beispiel nennen. Vor fünf Jahren habe ich noch Menschen abgelehnt, für mich waren sie nur Monster, die gerne einen anderen Schmerzen zufügen, ich konnte mir es vor fünf Jahren nicht vorstellen einen Menschen zu helfen, nicht dass ich bei einem Notfall einfach weggesehen hätt, aber seine Sorgen anhören, ihm Mut zusprechen, das ist mir nicht im Traum eingefallen. Mein Mann bestätigte noch dazu meine Ansichten, meine Abscheu. Ich half oder helfe jegliches Tierlein das mir über den Weg läuft, aber Menschen, davor hatte ich Abscheu. Ich trat aus der Kirche aus, die Geistlichen sah ich lieber von weitem. Ich lies wohl Jesus vor fünf oder sechs Jahren wieder in meine Wohnung, aber ich konnte trotzdem die Menschen nicht annehmen. Erst als im letztem Jahr mein Vater starb, nicht dass ich in ein Tief gefallen wäre, im Gegenteil, für mich war es wichtig dass er noch in Würde zu Hause einschlafen durfte, bevor seine Schmerzen zu stark sind. Trotz der Ablehnung rief ich unseren Priester an, als er ausstieg vom Auto traf mich fast der Schlag. Ich wusste es mein Leben lang dass ich Hellsichtig und Fühlig bin und auch einige Botschaften bekomme von der Göttlichkeit, aber das was ich bei ihm sehen durfte, das drehte mich komplett um. Ich sah wie eng er mit Jesus verbunden ist, ich sah und spürte seine Liebe zu Jesus. Ein Geistlicher der mich nicht Ablehnt, ein Geistlicher der Jesus erlebt. Das konnte ich kaum fassen. Ich kam vom Staunen nicht mehr raus, ein Mensch der mich nicht Verletzen mag weil er eben in jedem das Gute sieht. Das Gespräch mit ihm, das werde ich nicht vergessen, keine Ablehnung weil ich nicht mehr Mitglied war, sondern Verständnis, keine Schuldzuweisung wie ich es ihm erzählt habe dass mein Mann Suizid begangen hat. Als er mir den Segen gegeben hat, musste ich mich an ihm festhalten, der Druck von Oben war Gigantisch. Gott Vater hat mir durch meinem Priester den hl. Geist gesandt, es ist nicht zum beschreiben, nicht die Gefühle. Aber das was ich sah, die Energie war gelb, mit roten Fäden durchzogen, es war wie eine Wand, die mich traf. Das war der erste Schritt zum Frieden, zur Vergebung. Sicher brauche ich auch weltliche Hilfe, ich möchte verstehen was in einem Menschen vorgeht wenn er so ist. Die fachliche Hilfe hilft mir bei den irdischen Fragen, aber bei all den anderen Fragen hilft mir die Göttlichkeit und oft genug mein Priester, wenn ich meine ich stehe vor einer Wand. Mittlerweile bin ich wieder zurück zur Kirche, mittlerweile helfe ich Menschen, lasse keinen stehen der mich mal fragt oder einfach mal einen Zuhörer braucht. Ich sehe das Gute im Menschen, wohl auch das Schlechte, aber mehr das Gute. Und siehe da, ist sehr selten dass ich einen treffe den ich lieber nicht treffen möchte. Ich weiß nicht warum ich das hier so erzähle, vielleicht für andere, die in Zweifel sind, die die Kirche von Haus aus ablehnen, die Jesus nicht in ihre Wohnung lassen, weil sie gelitten haben oder noch im Leid sind. Vielleicht, wer weiß.
      Danke Ihnen Gudrun, ich bin Felsenfest davon überzeugt dass Christus mir hilft. Ohne ihn würde ich schon längst die Radieserl von unten ansehen… Er würde gerne jedem helfen, aber dieser muss bereit sein für Christus. Bereit sein für die Arbeit, mitunter nicht ganz leicht, aber es lohnt sich..

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