Bild: R. Kickinger

Der Tempel in Israel, unsere Kirche – und der Tempel unseres Herzens

Der Tempel in Israel, unsere Kirche – und der Tempel unseres Herzens. Die Predigt von Bischof Stefan Oster zum Abschluss der Kirchenrenovierung St. Rupert in Burgkirchen am Wald in Tüßling.

Am Sonntag, 3. Mai 2026, feierte Bischof Stefan Oster in Burgkirchen am Wald mit zahlreichen Gläubigen die abgeschlossene Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Rupert. Das dem heiligen Rupert geweihte Gotteshaus wurde 1513 geweiht – und genau 513 Jahre später konnte nun seine Erneuerung feierlich begangen werden. Rund 500.000 Euro wurden in die Sanierung investiert. Zum sichtbaren Gelingen trugen zahlreiche Handwerksfirmen, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie viele Spenderinnen und Spender bei.

Der Festgottesdienst zog zahlreiche Gläubige aus der ganzen Umgebung an. Viele Vereine mit ihren Fahnenabordnungen waren vertreten, ebenso zahlreiche Ministranten, Kommunionkinder und Firmlinge. Ein besonderer Highlight war die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe durch den Kinderchor, die die gesamte Hl. Messe musikalisch wunderbar mitgestalteten.

In seiner Predigt stellte Bischof Oster die äußere Renovierung der Kirche in einen geistlichen Zusammenhang. Ausgehend von den biblischen Lesungen spannte er einen weiten Bogen von der Geschichte Israels über den Tempel in Jerusalem bis hin zu Jesus Christus und zur Kirche der Gegenwart. Der Tempel sei in der Geschichte des Gottesvolkes stets der Ort gewesen, an dem Gott inmitten seines Volkes wohne. Vom Offenbarungszelt in der Wüste über den Tempel Salomos bis hin zu Christus ziehe sich diese Linie durch die Heilsgeschichte.

Bischof Oster erklärte, mit Jesus werde der Tempel neu verstanden: Nicht mehr allein das steinerne Gotteshaus sei Ort der Gegenwart Gottes, sondern Christus selbst, der seinen Leib als Tempel bezeichnet habe. In ihm werde Gottes Nähe endgültig sichtbar. Zugleich werde damit deutlich, dass auch die Gläubigen selbst berufen seien, „lebendige Steine“ zu sein – Menschen, in denen Gott wohnen wolle.

„Erneuerung von Kirche lässt uns daher immer auch fragen: Was heißt das für mich als gläubiger Mensch, der ich auch berufen bin, ein Tempel zu sein, ein Wohnort Gottes in der Welt.“

So wurde für Bischof Oster die Kirchenrenovierung zum Bild für die innere Erneuerung des Glaubens. Die sichtbare Sanierung des Gotteshauses verweise auf die Frage, wie es um den „inneren Tempel“ des Menschen bestellt sei. Das Herz beschrieb er als eigentliche Mitte des Menschen, als Ort, an dem Denken, Fühlen, Erinnern und Wollen zusammenlaufen. Dort wolle Gott Wohnung nehmen. Glaube bedeute deshalb nicht nur äußere Zugehörigkeit zur Kirche, sondern die immer neue Bereitschaft, sich innerlich von Christus erneuern zu lassen.

Bischof Oster betonte, dass die Kirche als Gebäude Mitte des Dorfes und zugleich geistlicher Mittelpunkt des Lebens sei. Diese äußere Mitte verweise auf die innere Mitte des Menschen. Wer in der Kirche Christus begegne – in seinem Wort, im Gebet und in den Sakramenten –, finde tiefer zu sich selbst und zu Gott. Die Feier von Ostern eröffne immer neu den Zugang zu diesem inneren Ort, an dem der Mensch Gott begegnen könne.

„Der Tempel unseres Herzens“

Christsein, so Bischof Oster, bedeute deshalb mehr als religiöse Tradition. Es heiße, aus einer tieferen Verbundenheit mit Christus zu leben. Wer sich von ihm tragen lasse, finde Orientierung, Frieden und inneres Zuhause. Kirche sei darum nicht nur ein renoviertes Gebäude aus Stein, sondern vor allem eine Gemeinschaft von Menschen, die aus dieser Beziehung zu Christus leben und so selbst zum lebendigen Tempel Gottes werden.

Am Ende dankte Bischof Oster allen, die zum Gelingen des Festes und der Renovierung beigetragen haben: „Ich danke von Herzen für das schöne Fest, für alle Mühen, die investiert wurden, und für alle, die mitgefeiert haben. Pfarrer Schächner war natürlich der Hauptverantwortliche der Organisation, fest unterstützt von Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, Mesnern und vielen Ehrenamtlichen, die auch die anschließende weltliche Feier organisiert haben.“

Mit Bischof Oster konzelebrierten Pfarrer Schächner, Pater Vincent sowie die Ruhestandspriester Pfarrer Rödig und Pfarrer Hecker. Diakon war Günther Jäger. Auch Vertreter der Lokalpolitik nahmen an der Feier teil und bezeugen das gute Miteinander von politischer und kirchlicher Gemeinde.

Die Predigt kann man hier nachhören oder downloaden:


Hören Sie auch die Predigt „Eintritt in die Welt des Herrn – Über Gebet und den Dienst am Anderen“ von Bischof Stefan Oster  in Burgkirchen am Wald anlässlich des Dankesfestes verschiedener Gebetsinitiativen.