Kommentare

  1. Susanne Moehring

    Verehrte Exzellenz,

    Sie haben in Ihren Erläuterungen im Bistumsblatt und wie im pdf abrufbar die Kernpunkte dieser Frage und auch die Problematik der Wahrnehmung genannt. Ein weiterer Punkt kommt hinzu, der ungern erwähnt wird, aber aus meiner Sicht im zumindest theologischen Diskurs nicht übersehen werden sollte. Kein Gläubiger, sei es Katholik oder dem katholischen Glauben bereits sehr nahe Stehender, hat ein „Recht“ auf Teilnahme und Empfang der Eucharistie. Mit „Recht“ meine ich damit keine Regeln der Kirche oder Maßregelung von Menschen durch Menschen, sondern spirituell gesehen den Herrn, Jesus Christus, selbst. So wie sich oftmals die Frage stellt, ob beim Beten in der Kirche des „Vater Unser“ oder des Glaubensbekenntnisses eher gewohnte und vertraute Formeln gesprochen werden, oder aber jeder Satz daraus aus fest und bewußter Überzeugung gesprochen wird, so stellt sich in der Feier der Eucharistie mehrfach die Frage, ob es recht ist den Leib und ggf. das Blut des Herrn „würdig“ zu empfangen. Auch diese „Würde“ wird nicht von Menschen zugeteilt, sondern ist eine Frage der inneren Haltung. Die Frage der Beichte vom dem Empfang der Eucharistie stellt sich im Bewußtsein in jeder Messe, wenn der Gläubige über Haltung, Taten und Willen um Umkehr reflektiert und gewissermaßen in sich hineinhört. Aber tun wir das ? Gehen wir in der Messe jeden Stritt auf den Herrn bewußt, willens und in Wertschätzung der Bedeutung oder schauen wir oft abgelenkt, was „die anderen“ machen, wer sich wie verhält und „wer nach vorne geht“ ?

    Jedem geht es sicherlich so, daß nicht in jeder Messe Bewußtsein, Konzentration, seelische Offenheit und Gottesnähe die Details der liturgischen Vorbereitung auf den Empfang des Leibs des Herrn bereit haben. Es der Fokus sollte wohl doch darauf liegen, daß es die Gemeinschaft der Gläubigen ist, die jeden einzelnen darin trägt, sich in der Messe und gemeinschaftlichem Gebet selbst für den Empfang des Herrn und Seine Gegenwart zu sammeln und auf den Weg zu machen.

    In der Diskussion um gemeinsames Abendmahl und Teilnahme von Nicht-Katholiken an der Eucharistiefeier stört mich vielmals das Anspruchsdenken und der Wunsch in eigenem Handeln auf dieselbe Stufe gestellt werden zu wollen, wie „alle“. Ich stimme Ihnen zu, daß die Ausnahme gerne zur allgemeinen Freigabe werden wird, weil damit der Diskussion um die bestehenden Differenzen in Wahrnehmung und Glaubensvollzug zwischen Abendmahl im Gedenken an das Handeln Jesu Christi und Eucharistie in Jesu gegenwärtigem Handeln verwischt und letztendlich nicht mehr erläutert werden müssen.

    Es ist immer der bequemste Weg Anvertrauten alles zu erlauben, anstatt bei wichtigen Aspekten auch das Lernen, die Vorbereitung und das Bekenntnis oder die Ablehnung einer Sache einzufordern.

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