Vergebende Liebe – und der Dienst des Diakons. Die Predigt von Bischof Stefan Oster anlässlich der Diakonenweihe von Frater Benedikt Maria Haiduk OSB.
Am 12. April 2026 weihte Bischof Oster im Kloster Niederaltaich den Benediktinermönch Frater Benedikt Maria Haiduk OSB zum Diakon. Die Feier fand am sogenannten Weißen Sonntag statt, der zugleich als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit begangen wird und damit liturgisch eine besondere Bedeutung trägt. Zahlreiche Gläubige aus der Gemeinde sowie Eltern, Angehörige und Freunde des Neugeweihten nahmen am Gottesdienst teil. Auch die Mönchsgemeinschaft des Klosters mit Abt Marianus OSB konzelebrierte die Feier. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Mädchenchor „Juvenes Cantores“ gestaltet.
Frater Benedikt Maria hatte erst im März seine ewige Profess abgelegt und sich dabei unter das Leitwort gestellt: „In der menschlichen Schwachheit bringst du deine göttliche Kraft zur Vollendung.“ Die Diakonenweihe steht damit in engem Zusammenhang mit seinem bisherigen geistlichen Weg und seiner Entscheidung für das Ordensleben.
Der Weiße Sonntag ist traditionell auch der Tag, an dem vielerorts Erstkommunion gefeiert wird. Zugleich wurde er von Papst Johannes Paul II. als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit eingeführt. Diese verschiedenen Bedeutungsebenen bildeten den liturgischen Rahmen für die Diakonenweihe und spiegelten sich auch in der Predigt wider.
„In der menschlichen Schwachheit bringst du deine göttliche Kraft zur Vollendung.“
In seiner Predigt mit dem Titel „Vergebende Liebe – und der Dienst des Diakons“ stellte Bischof Oster die vergebende Liebe Jesu in den Mittelpunkt, wie sie im Evangelium des Tages zum Ausdruck kommt. Ausgehend von der Erscheinung des Auferstandenen, der den Jüngern mit dem Friedensgruß begegnet, deutete er diesen „Schalom“ als umfassenden Frieden Gottes, der Versöhnung und Heil umfasst.
Die zentrale Botschaft sei die vergebende Liebe Christi, die auch angesichts von Schuld und Versagen wirksam bleibt. Diese göttliche Zuwendung stellte der Bischof in direkten Bezug zum Dienst des Diakons: Dieser sei berufen, als Diener (diakonos) diese vergebende Liebe konkret im Leben der Kirche und im Dienst an den Menschen sichtbar zu machen – in Verkündigung, Liturgie und besonders im Dienst an den Bedürftigen. Zugleich betonte Bischof Oster, dass Kirche selbst aus der Vergebung lebe und daher immer auch Ort der Versöhnung sei.
Das beigefügte Bild zeigt die Niederalteicher Mönche mit Abt Marianus OSB, die konzelebriert haben, die Ministranten sowie den neugeweihten Diakon Frater Benedikt Maria (links neben dem Bischof).
Die Predigt hier zum Nachhören:
Lesen Sie auch die Predigt von Bischof Stefan Oster zur Diakonenweihe von Frater Ambrosius in Niederaltaich 2015: Diakonenweihe – Diener der Liebe und der Freude.
