„Das Herz als Organ des Verstehens – Über den Dienst des Diakons“ – Die Predigt von Bischof Stefan Oster zur Diakonenweihe von Ioan Fecheta zum Ständigen Diakon in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Ering a. I. hier als Audio zum Nachhören.
Für den vierfachen Familienvater Ioan Fecheta war es ein großer Tag, auf den er sich lange und intensiv vorbereitet hat: der Tag seiner Diakonenweihe am Samstag, 26. September, in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Ering a. I. Nach mehrjähriger theologischer und praktischer Ausbildung erhielt er am 13. Februar seine Admissio und wurde damit in den Kreis der Weihekandidaten für den Ständigen Diakonat aufgenommen. Jetzt also, nach einem guten halben Jahr, war der große Tag seiner Weihe zum Ständigen Diakon durch Bischof Stefan Oster gekommen. „Berufung braucht Vertrauen in die Liebe Gottes (…). Nur so konnte Ioan Fecheta seinen Weg auch in die Hände Gottes legen“, stimmte Anton Cuffari, Bischöflich Beauftragter und Fachbereichsleiter für den Ständigen Diakonat, die Festgemeinde vor dem Gottesdienst auf die feierliche Liturgie ein. Die Freude war bei allen groß, nicht zuletzt auch beim Bischof: „Ich freue mich sehr, Sie alle an diesen wunderschönen, strahlenden Herbsttag begrüßen zu dürfen, um einen Ständigen Diakon zu weihen.“ Neben der Familie des Weihekandidaten, Freunden und Wegbegleitern waren auch etliche Priester und Ständige Diakone gekommen, um diesen großen Tag mit Ioan Fecheta zu feiern.
„Das Herz als Organ des Verstehens – Über den Dienst des Diakons“
In seiner Predigt ging Bischof Oster auf das Herz als Organ des Verstehens und die Dienste des Diakons ein, die zugleich die drei Dienste der Kirche sind: Verkündigung des Wortes, Altardienst und Dienst am Menschen in der Liebe Gottes. Mit Blick auf die lange Berufungsreise Fechetas, die ihn schließlich zum Ständigen Diakon führte, meinte er: „Ich bin dankbar für ständige Diakone im Nebenberuf, die einen anderen Hauptberuf haben. Warum? Weil sie gewissermaßen von außen, mitten aus der Arbeitswelt der Menschen und aus einem intensiven Familienleben diese Erfahrung mit an den Altar bringen.“ Diakone brächten Erfahrungen aus der Welt in den Raum der Liturgie.
Jesus vom Herzen her verstehen
Was uns nun die beiden Schrifttexte sagen möchten, die auf den ersten Blick eher weniger geeignet für den Tag einer Diakonenweihe seinen, fragte er. Im Lesungstext aus dem alttestamentlichen Buch Kohelet sei von „Windhauch“ in Bezug auf das Leben im Hier und Jetzt die Rede, eine gewisse „Unerlöstheit“ der Menschheit spürbar; die Juden warteten auf den Messias. Und der Satz „Sie verstehen den Herrn nicht“, als Jesus auf dem Weg nach Jerusalem den Jüngern von seiner Auslieferung erzählt, sei im Lukasevangelium zentral gewesen, so der Bischof. „Wenn es einen Dienst gibt von uns, die wir hauptamtlich dienen, Priestern, Diakonen und aber im Grunde auch dem ganzen Volk Gottes, dann ist es der, einander verstehen zu helfen, wer Jesus ist und was er meint und wofür er gekommen ist.“ Damit sei aber kein oberflächliches Verstehen gemeint, betonte er, sondern ein tiefes Verstehen aus dem Herzen heraus. „Weil, liebe Schwestern und Brüder, das Evangelium wirklich anspruchsvoll ist auf der einen Seite, dass es uns eine Freude ins Herz legen will, die tiefer ist als das, was die Welt an Freude bieten kann.“ Je tiefer wir unsere Taufe und Jesus verstehen würden, desto mehr würden wir auch verstehen, dass wir trotz unserer Vergänglichkeit und Sterblichkeit mit einem Leben verbunden sind, das nie mehr aufhört, so der Bischof. „Und zwar, obwohl wir alle auch durch Leiderfahrungen, Verlusterfahrungen, Erfahrungen von Tod, Krankheit und Not gehen. Mitten darin und darunter liegt die Erfahrung des ewigen Lebens.“
Mitarbeiter an der Freude
Zum Verstehen Jesu merkte er an, dass Wissen zwar hilfreich sei, aber bei Weitem nicht ausreiche. „Eigentlich bedeutet Jesus verstehen, mit ihm auch innerlich absteigen, innerlich in eine Demut finden, weil er unfassbar demütig war und sich hat ausliefern lassen und das Leiden und den Tod bewusst auf sich genommen hat.“ Je mehr man einen Menschen persönlich kenne und ihm vertraue, desto mehr vertiefe sich dieses Erkennen des anderen. „Ich bin überzeugt, dass der Dienst des Diakons das beinhaltet: Jesus erkennen lernen als unseren Freund.“ Die drei Dienste der Kirche seien zugleich die eines Diakons: Verkündigung des Wortes, Altardienst und Dienst der Liebe. Ein Diakon sei zwar einerseits Diener des Bischofs, andererseits aber „der Diener mit den Augen für die Armen“, so der Bischof. „Und wenn das zusammengeht (…), dann ist der Diakon tatsächlich nicht der Herr ihres und unseres Glaubens, sondern der Mitarbeiter an der Freude, der, der mit dazu beiträgt, dass die Welt von innen her verstehen lernt, dass Christus wirklich da ist und uns einlädt, mit ihm zu gehen ins Reich des Vaters, das jetzt schon beginnt.“
Die Predigt als Podcast zum Nachhören
Hören Sie auch die Predigt „Dienst der Liebe an den Menschen“ von Bischof Stefan Oster zur Diakonenweihe am 9. November 2024 in Winhöring.
Und einen ausführlichen Artikel mit weiteren Impressionen gibt’s hier auf der Bistumswebsite.
