Ein Wort über christliche Feiertage – und die Wünsche anderer

In Verschiedenes, Wortmeldungen von Bischof Stefan Oster SDB1 Kommentar

In der politischen Debatte wird derzeit über die religiösen Feiertage diskutiert. Ehrlich gesagt, ich bin sehr dankbar, dass unsere Fest- und Feierkultur insgesamt auf christlichem Boden erwachsen ist – und natürlich wünsche ich mir als Christ und Bürger dieses Landes, dass das so bleibt. Mehr noch: Dieser Boden darf auch neu bewusst und dankbar erinnert werden. Sonntage, Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Allerheiligen und andere Tage mehr sind auch für viele Nichtchristen in unserem Land Anlass und Gelegenheit zu Besinnung, zur Erholung, zur Begegnung in den Familien und vieles mehr.

Und so kommt auch in einem säkularen Staat mit diesen Feiertagen mehreres zusammen: Die tiefe Erinnerung an die christlichen Wurzeln unserer gesamten Kultur und der Respekt vor dem Taufbekenntnis des allergrößten Teils der Bevölkerung; vor allem die Möglichkeit, als gläubiger Christ diese Feste zu feiern. Diese Ordnung hat sich aus meiner Sicht tief bewährt und sie trägt einen unschätzbaren Teil bei zur Humanisierung unserer gesamten Kultur und für alle – man denke hier schlicht an den Sonntag. Ein Fundament, das nicht allzu leichtfertig angefragt werden sollte, zumal dann, wenn man sich die Vielzahl möglicher Alternativen dazu auch nur im Ansatz vorstellt.

Grundsätzlich gilt freilich auch: Menschen anderer Glaubensrichtungen sollten in unserem Land ebenfalls Gelegenheit haben, auch ihre eigenen religiösen Feiertage angemessen zu begehen. Wo es sich dabei um zahlenmäßig substantiellere Wünsche handelt, kann dies aus meiner Sicht dann auch z.B. über Regelungen auf lokaler oder regionaler Ebene oder etwa über Vereinbarungen mit Arbeitgebern geschehen.

Kommentare

  1. Susanne Moehring

    Verehrte Exzellenz,
    danke für Ihren Einsatz für die christlichen Feiertage und den Sonntag, als Feiertag/arbeitsfreiem Tag in unserem Land. In England oder auch einen katholischen Land, wie Irland, haben die Menschen nicht die Freude christliche Festtage wie Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Allerheiligen, Heilige Drei Könige am Festtag gemeinsam feiern und begehen zu können, weil diese Festtage dort keine gesetzlichen Feiertage sind. Auch sind in vielen Ländern des so genannten christlich-jüdisch geprägten Abendlandes mittlerweile die Sonntage keine arbeitsfreien, Feier- und Familientage mehr, sondern es gilt dem Konsum 7/24, also sieben Tage und 24 Stunden die Tore für Verlockung, Kaufanreize, Selbstbestätigung durch Konsum zu öffnen. Wie aktuell eine Regierung Deutschlands ehrlich zustande kommen soll, wenn ich Parteiprogrammen beteiligter Parteien, die Abschaffung des verkaufsfreien Sonntags, und weiterer christlicher Feiertage für die Wirtschaft gefordert werden, weiß ich nicht. Als damals der evangelische Buß- und Bettag abgeschafft wurde, hieß es, es sei notwendig um einen weiteren Tag Wirtschaftstätigkeit als Beitrag zum BSP (Brutto-Sozial-Produkt) zu erhalten und so die „Sozialkassen“ mit mehr Geld zu füllen. Studien haben bewiesen, daß die Auswirkungen in dieser Hinsicht minimal waren. Studien aktuell stellen fest, daß bereits 6,1 Millionen Menschen regelmäßig an Sonn- oder Feiertagen arbeiten (müssen). Wehklagen über mangelnde gemeinsame Zeit in Familie, mit Freunden, im Verein oder in kirchlicher Gemeinschaft finden auch hier ihren Kristallisationspunkt. Daß generell allen Menschen, die eine Glauben in Gemeinschaft pflegen wollen, Möglichkeiten und Zeiten zur Ausübung und dem Erleben dieser Gemeinschaft gegeben werden sollten, steht außer Frage. Da in unserem Land immer noch mehr als 50% Menschen den christlichen Kirchen angehören und weiterhin auch viele Menschen einfach der Ruhe der Feiertage zu gemeinsamer zeit bedürfen, sollte viel mehr noch der Einsatz für den Erhalt der Feiertage gerade auch seitens der kirchlichen Repräsentanten Widerhall in den Medien und politischer Diskussion finden.

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