Mission is possible

„Betend zugrunde gehen – über einen kontemplativen Lebensstil“ und „Welches Sprechen von Jesus verheißt Fruchtbarkeit?“ – Die Vorträge von Bischof Stefan Oster auf der Konferenz „Mission is possible“ hier als Video zum Nachschauen.

Wie kann christliche Mission heute gelingen? Wie kann Kirche missionarisch sein? Diesen Fragen geht der Kongress „Mission:is:possible“ nach, der am 19. und 20. Juni 2026 im Kongress am Park in Augsburg stattfindet.

„Es ist die Zeit der kleinen Aufbrüche!“, betonte der Theologe und Sprecher Johannes Hartl im ersten Vortrag des Abends. Mission sei auch heute möglich; vieles geschehe bereits in den Nachbarländern Deutschlands. „Es gibt viele Menschen, die darauf warten, dass ihr Leben durch Jesus verändert wird!“

Mission is possible

Das gesamte Programm machte die Vielfalt christlicher Perspektiven sichtbar: Neben Impulsen aus evangelischer, katholischer, freikirchlicher und orthodoxer Perspektive standen Berichte aus missionarischen Initiativen sowie konkrete Beispiele gelingender Gemeindearbeit im Mittelpunkt.

„Ich bin sehr positiv überrascht, wie viele wertvolle und hilfreiche Ideen ich bisher bekommen habe. Und sehr dankbar über die sehr guten Gespräche mit anderen Teilnehmern“, resümierte ein Teilnehmer der Passauer Fahrt. Gemeinsam mit rund 35 Gläubigen aus dem Bistum Passau nahm sie am Kongress teil. Das Referat Neuevangelisierung organisierte eine gemeinsame Busfahrt dorthin. Neben hauptamtlichen Mitarbeitern der Diözese waren viele Engagierte aus den Pfarreien dabei, die sich beim Kongress inspirieren lassen wollten für ihr Engagement vor Ort.

Wie missionarisches Christsein aus einer lebendigen Gottesbeziehung heraus erwachsen kann, thematisierte der Passauer Bischof Stefan Oster in seinem Vortrag „Betend zugrunde gehen – Über einen kontemplativen Lebensstil“. Dabei sei ein kontemplativer Lebensstil eine innere Voraussetzung für die Begegnung mit Gott. Oster betonte, das Gebet sei die essentielle Ausdrucksform einer lebendigen Beziehung zum Schöpfer, die jedoch ein Zurücktreten des kontrollierenden Egos erfordere: „Ehrliches Gebet ist ein demütiges, geduldiges Zu-Grunde-Gehen des Geschöpfs im Gegenüber zum Schöpfer“, betonte der Bischof. Oster verband das mit der Frage nach der Wirklichkeit Gottes: Gott sei nicht ein bloßer Gedanke, sondern die höchste Wirklichkeit, die sich in schöpferischer Lebe und ständiger Gegenwart offenbare.

An der Analogie des Zuhörens verdeutlichte der Bischof, wie eine Haltung der Offenheit und Verletzlichkeit den Weg zum Grund der eigenen Seele ebne. Inmitten der weltlichen Gebrochenheit lasse sich hier die Herrlichkeit Gottes erfahren, daraus erwachse Frieden. Das Vorbild einfacher Gläubiger diene dabei als Inspiration, den Glauben nicht nur intellektuell, sondern als existentielle Erfahrung anzunehmen. Oster deutete das schließlich auf die Glaubensweitergabe hin: Christliches Zeugnis speise sich aus der persönlichen Beziehung zum Herrn Jesus Christus und einer inneren Offenheit für sein Wirken.

Das Vortrag oben zum Nachschauen.

Der erstmals veranstaltete Kongress „Mission:is:possible!“ brachte rund 1000 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener christlicher Konfessionen einschließlich Vertretern der orthodoxen Kirchen zusammen, um über neue Wege der Glaubensweitergabe ins Gespräch zu kommen. Ziel der Veranstaltung war es, Impulse für eine Kirche zu geben, die Menschen heute unabhängig von Alter, Herkunft oder konfessioneller Prägung erreicht. Neben Vorträgen umfasst das Programm Workshops, Praxisbeispiele, Stände und Möglichkeiten zur Vernetzung.

„Dieser Missionskongress ist für mich ein großer Motivationsschub für meinen Dienst in der Pfarrei. Besonders, in den Kulturwandel zu investieren, statt in den Strukturwandel. Das heißt, ganz in Kleinen und konkret, Gastfreundschaft, Freude am Glauben und Freundschaft zu Leben! Mut, Zeugnis zu Geben von dem, was mein Leben zutiefst erfüllt“, resümierte ein Pastoralreferentin aus dem Bistum Passau.

Neben Alpha-Gründer Nicky Gumble, Otto Neubauer, Bischof Bertram Meier, Roland Werner und Frauke Teichen trat auch Bischof Stefan Oster ein weiteres Mal ans Rednerpult. In seinem zweiten Vortrag „Welches Sprechen von Jesus verheißt Fruchtbarkeit?“ sprach Bischof Stefan Oster am Samstagabend über die Herausforderung, heute glaubwürdig von Jesus zu sprechen, ohne dabei in eine rein intellektuelle oder belehrende Rolle zu verfallen. Entscheidend sei dabei nicht allein theologisches Wissen, sondern vielmehr eine Haltung der Demut und die persönliche Erfahrung von Vergebung. Wahre christliche Verkündigung entspringe nicht rhetorischer Überlegenheit, sondern einer demütigen Begegnung mit dem Gekreuzigten und der Erfahrung göttlicher Vergebung. Oster warnte davor, sich den Glauben anzueignen oder Jesus für die eigene Wirkung zu instrumentalisieren. Menschliche Erkenntnis sei stattdessen ein prozesshaftes Loslassen, das den Anderen nicht besitzen wolle, sondern Raum für das Wirken Gottes schaffe. Es gehe darum, Christus in den Mittelpunkt zu stellen: „Er ist das Zentrum, das mich an sich zieht – und nicht umgekehrt.“  Eine Kultur der Stille sei dabei eine wichtige Voraussetzung. In ihr könne das Wort Gottes im eigenen Inneren erklingen, anstatt von menschlicher Selbstdarstellung übertönt zu werden. Auf dieser Grundlage könne christliche Verkündigung erwachsen, wenn das Kreuz Christi im Mittelpunkt stehe.

Der Vortrag unten als Video.

Zum Trägerkreis gehören neben Bischof Dr. Stefan Oster (katholischer Bischof von Passau) auch Dr. Reinhardt Schink (Vorsitzender der Evangelischen Allianz), Dr. Johannes Hartl (Gebetshaus Augsburg), Frank Heinrich (Theologe und Politiker), Georgios Vlantis (orthodoxer Theologe und Archon des Patriarchen von Konstantinopel) sowie Frank Bauer (Jugend mit einer Mission Deutschland), Bischof Dr. Bertram Meier (katholischer Bischof von Augsburg), Beate Bösche (BlueFlame), Matthias Brender (Bibel TV next mission), Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauchholz (Theologische Referentin der Liebenzeller Mission), Otto Neubauer (Akademie für Dialog und Evangelisation Wien) und Gerhard Proß (Miteinander für Europa, CVJM Esslingen).

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