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Geschieden und wieder verheiratet – Ein sehr persönliches Zeugnis über einen beschwerlichen Weg in der Kirche

In Gastbeiträge von Bischof Stefan Oster SDB11 Kommentare

Eine mir bekannte Person hat mir die folgenden, sehr persönlichen Zeilen über die Thematik der Menschen geschrieben, die in der Kirche nach einer ersten Ehe erneut in einer Partnerschaft leben – aus der Sicht eigener Betroffenheit. Sie ist mit der Veröffentlichung einverstanden, möchte aber ihren Namen nicht genannt wissen – auch um ihr persönliches Umfeld zu schützen. Ich bin sehr dankbar und beeindruck von diesem Mut zur Ehrlichkeit – vor sich selbst, vor Gott und seiner Kirche.

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Lange Zeit dachte ich, es ist alles gut.
Nach einer sehr schmerzhaften Trennung vom Vater meiner älteren Kinder, bin ich sehr schnell zur Einsicht gekommen: Es war das Beste für uns alle! Diese Einsicht hat mir und auch meinen ehemaligen Mann geholfen, die Scheidung und die Zeit danach, für uns beide und auch für die Kinder so gut  es nur ging zu verarbeiten. Dafür war und bin ich sehr dankbar, dass wir das damals so gut geschafft haben.

Nach einigen Jahren lernte ich meinen Mann kennen. Er gab mir von Anfang an das Gefühl: Da bist du zu Hause. Und das ist bis heute so.

Als wir standesamtlich heirateten, war das sehr bewusst und für beide die Entscheidung füreinander: „In guten wie in schlechten Zeiten, bis der Tod uns scheidet“, auch ohne den Segen Gottes.

In der folgenden Zeit engagierte ich mich in einigen kirchlichen Ehrenämtern. Auch der Kommunionempfang für Wiederverheiratete war bei uns in der Heimatpfarrei kein Tabu. Wie gesagt „Alles war gut!“

Bis zu dem Zeitpunkt, als mich die Ablehnung zu einem kirchlichen Ehrenamt, aufgrund meiner Lebenssituation, völlig aus der Bahn warf. Ich, die Gute (so dachte ich damals) fühlte mich plötzlich abseits, irgendwie nicht mehr willkommen in der Kirche. Und keiner (auch kein Priester) konnte und wollte mir erklären warum.

Ich zog mich  von der Institution Kirche und vom Pfarrgemeindeleben zurück. Und Niemand schien es aufzufallen. Durch die Wut über diesen Ausschluss entfernte ich mich auch immer weiter von Gott.
Nur die Sehnsucht nach Gott und Jesus Christus, die war immer da. Als ich im Rahmen eines Einkehrwochenendes die Aussprache mit einem Priester suchte, sagte ich das erste Mal (und das überraschte mich damals selbst): „Ja, ich habe gegen ein Gebot Gottes verstoßen!“ Das war, so glaube ich, der erste Schritt zur Heilung. Heute hab ich das Gefühl (und das wurde mir erst jetzt klar), dass das der Moment war, in dem ich mich wieder Gott zugewandt hab, und er hat seine Hände ausgebreitet um mich zu empfangen.

In der folgenden Zeit schenkte der Herr mir Begegnungen mit Menschen, Einsichten, Erkenntnisse, aber ich hatte auch viele Rückschläge. Bis ich vor knapp zwei Jahren die freiwillige Entscheidung getroffen hab, nicht mehr aktiv die hl. Kommunion zu empfangen.
Mein Gedanke dahinter: `Wenn ich mir bewusst bin, dass ich gegen das Gebot: „Du sollst nicht ehebrechen“ verstoße, ich daran nichts ändern kann und will, dann muss ich dieses Opfer bringen -aus Respekt vor dem hl. Sakrament der Ehe, und der Heiligkeit der Kommunion.
Hinzu kommt, dass ich meinen Kinder vermitteln will: Das „Ja“ zweier Menschen füreinander vor Gott ist heilig und endgültig. Ob es ankommt bei ihnen? Ich hoffe es!

In der Praxis war und ist das ein „Spießrutenlauf“. Es ist ja wie ein öffentliches Schuldeingeständnis. Von meinem Umfeld hör ich so Sätze wie: „Geh lass dich doch nicht einschüchtern von der Kirche!“ „Du warst ja gar nicht schuld an der Scheidung!“
„Das ist doch ein überholtes Verbot in der heutigen Zeit!“ usw. Es fällt mir immer noch schwer, öffentlich dagegen zu argumentieren. Im Herzen weiß ich, dass die Enthaltsamkeit richtig und heilsam für mich ist.

Es ist wie Heilfasten: Es fällt am Anfang sehr schwer. Aber nach und nach gehen in Gedanken Türen auf. Es eröffnen sich mir Erkenntnisse die ich sicher noch mit einem Seelsorger aufarbeiten muss und ich hoffe auf die Barmherzigkeit Gottes, dass er mir  meine Schuld vergibt.
Nach meinem menschlichen Empfinden, ist unsere Ehe und unser Leben, seit knapp zwanzig Jahren, sehr gut.
Meine größte Sehnsucht wäre, dass ich einmal dieses „Ja“ von Gott zu meinem Leben mit meinem Mann und meiner Familie, so wie sie jetzt ist, in meinem Herzen spüren würde.
Ich weiß, wenn ich diesen Weg im Vertrauen mit Jesus gehe, dass alles gut wird, wie auch immer. Es ist ein Weg!

Was ich mir von der Kirche wünsche:

Bitte liebe Seelsorger, bitte liebe Ortpfarrer geht auf die Betroffenen aktiv zu. Sprecht sie an. Habt den Mut, das Thema auch in der Pfarrgemeinde anzusprechen. Ich habe mich in diesen beschriebenen Jahren sehr allein gefühlt. Da war kein Priester, der mal gefragt hätte: „Warum kommen Sie nicht mehr zum Gottesdienst?“ und „Warum ziehen Sie sich aus dem Pfarrgemeindeleben zurück?“
Und auch jetzt ist da keiner, der fragt: „Warum gehen Sie nicht mehr zur Kommunion?“ Da müssen doch bei einem Seelsorger alle „Alarmglocken“ läuten.

Warum ich das schreibe?

Ich spüre bei vielen Geschieden Wiederheirateten eine gewisse Selbstherrlichkeit (kenne ich sehr gut von mir). Ich würde sehr gerne ermutigen, einfach einmal das Gespräch mit einem guten Seelsorger zu suchen, jemanden der einem wirklich begleitet und der diese Lebenssituation ernst nimmt und zu dem man Vertrauen hat. Der Weg lohnt sich, das kann ich mit Bestimmtheit und mit großen Vertrauen auf Gott sagen.

Kommentare

  1. Ria Weinzel

    Ein wirklich beeindruckender Brief – birgt er doch so viele Wahrheiten.
    Aber beim Lesen habe ich mich gefragt, warum Sie, Hr. Bischof Oster, dieser Brief so beeindruckt hat, dass Sie ihn veröffentlicht haben.
    – Sehen Sie vor allem das Vorbild dieser gottesfürchtigen Frau, die Ihnen gegenüber bekennt, dass Sie auf die Kommunion verzichtet seit Sie vor 2 Jahren das Thema öffentlich erklärt haben?
    – Passte dieser Brief einfach nur für Sie in die allgemeine Debatte in der Weltkirche – ein Beispiel dafür, dass sich doch jemand an die Regeln der konservativen Kirchenlehrer hält?
    – Oder … ???
    Für mich ist dieser Brief letztendlich ein Armutszeugnis für die Kirche. Eine Ehe geht zu Bruch. Die Beteiligten schaffen diese Belastungsprobe halbwegs gut. Alles scheint wieder in Ordnung zu kommen, denn die junge Frau findet mit ihren Kindern einen neuen, den richtigen Partner. Die Frau engagiert sich weiter ehrenamtlich in der Kirche, lebt in einer guten Ehe. Doch dann darf sie sich plötzlich – wenn ich das richtig verstanden habe – in der Kirche nicht mehr engagieren. Kein Wunder, dass für sie eine Welt zusammenbricht. Aber sie kämpft sich auch da wieder raus. Doch ihr wird immer und immer wieder suggeriert, dass sie schuldig ist – solange bis sie es selbst glaubt und sich kasteit.

  2. Fritz Stuempfl

    Ich finde, man muss bei diesem Thema zwei Punkte ganz klar trennen: die Unauflöslichkeit der Ehe einerseits und die Folgen einer neuen Partnerschaft andererseits. Es ist schon gut so, dass die Ehe auf Unauflöslichkeit angelegt ist und dass es das Sakrament der Ehe nicht beliebig oft geben kann. Die Gründe für das Scheitern einer Ehe und für den Beginn einer neuen Partnerschaft sind aber so verschiedenartig und so individuell, dass ich das pauschale Urteil, das die Kirche daran festmacht, nicht für angebracht finde. Die Ablehnung zu einem kirchlichen Ehrenamt, die Verweigerung der heiligen Kommunion, das mag für jemanden der seine Ehe leichtfertig aufs Spiel gesetzt hat angemessen sein, aber für jemand anderen völlig verfehlt. Und deshalb würde ich von solchen Konsequenzen grundsätzlich absehen und das Urteil allein Gott überlassen, der allein in die Herzen der Menschen sieht.

    1. Fritz Stuempfl

      Sehr geehrter Herr Bischof Oster,
      zu diesem Thema habe ich nun auch Ihr unten verlinktes Schreiben an die Priester gelesen. Vor diesem Hintergrund kann ich meine zuerst geäußerte Meinung nicht mehr aufrecht halten, sondern ich muss mich vielmehr Ihrer Sicht der Dinge anschließen. Ich bin überrascht, wie vielfältig und wohlwollend das Ringen der Kirche in dieser Angelegenheit ist. Aber ich habe auch den Eindruck, dass dieses Ringen in der Öffentlichkeit zu wenig angeboten oder wahrgenommen wird. Den langen und schweren Weg der Autorin des obigen Briefes und ihren Aufruf an die Seelsorger, auf die Betroffenen zuzugehen, sehe ich als einen gewissen Beleg dafür.
      In gewisser Weise sehe ich aber auch die Pfarrgemeinden selbst in der Pflicht. Man trifft sich jeden Sonntag zum Gottesdienst, aber was dort geschieht sieht man als Sache zwischen Gott und mir vermittelt durch den Priester. Was passiert, wenn jemand nicht mehr kommt? Die Autorin des obigen Briefes hat nach meinem Empfinden recht, wenn sie schreibt „Ich zog mich von der Institution Kirche und vom Pfarrgemeindeleben zurück. Und Niemand schien es aufzufallen.“ Der Glaube des anderen wird als dessen Privatangelegenheit angesehen. Und wer aus der Pfarrgemeinde hat so viel Mut, bei den Fernbleibenden ernsthaft nachzufragen? Ehrlich gesagt, ich auch nicht. Aber es ist schade, denn wir sind alle gemeinsam auf dem Weg.
      Mit herzlichen Grüßen
      Fritz Stümpfl

  3. Manfred Smola

    Nachdem ich mich zu diesem Thema wg. der Verwirrungen, die AL traurigerweise ausgelöst hat, schon einmal abgearbeitet habe, möchte ich es heute noch einmal versuchen. Eines vorweg: wer glaubt, es geht der traditionellen „konservativen“ Kirche darum, irgend jemand auszuschließen oder zu diskriminieren, liegt völlig falsch. Egal ob es jetzt um wiederverheiratete Geschiedene oder andere Sünder (ich denke, wir alle sind Sklaven der Sünde und Verführung) geht. Vielmehr geht es darum aufzuzeigen, dass es einen richtigen und einen falschen Weg gibt; der falsche Weg führt uns nicht zum ewigen Heil, sondern möglicherweise in die ewige Verdammung. Es zeugt also von Nächstenliebe, wenn uns unsere Priester die Wahrheit sagen und erklären, auch wenn diese für uns ungelegen ist.

    Wir sollten uns ganz schnell von der Vorstellung des immer barmherzigen Kuschel- und Schmusegottes verabschieden. Und wer sich die Barmherzigkeit Gottes selbst zuteilt, weil er in unserer modernistischen Welt die Sünde nicht mehr als solche erkennen kann (oder will), macht einen großen Fehler. Ja, unser Gott ist barmherzig, aber er ist auch gerecht. Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren in eine Falle und in die Irre locken lassen, sodass der Unterschied zwischen gut und böse nicht mehr klar erkannt wird. Beispiele? Das Menschenrecht auf Abtreibung, auf ungezügelte und teilweise perverse Sexualität, Pornografie, Sex vor der Ehe, künstliche Verhütung usw. usw.

    Schuld daran ist zum einen die Kirche, die getrieben von ständigen Forderungen zu Änderungen und Verweltlichung im wesentlichen mit der Verkündigung der „unangenehmen“ Teile des Evangeliums aufgehört und sich fast vollständig auf soziale Aufgaben zurückgezogen hat. Und zum andern sind wir gläubige Christen genauso schuld, weil wir unsere Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, uns nichts mehr vorschreiben und sagen lassen wollen, uns unseren Glauben selbst zusammenbasteln (bestehend aus den uns angenehmen Teilen des Evangeliums), und weil wir keine Zeit mehr dafür aufwenden wollen zu erforschen, wie denn der richtig gelebte Glaube im Ganzen aussehen würde (immer noch nachzulesen im KKK). Wer nun in so ernsten Dingen wie dem Empfang der Hl. Hostie (bestimmt gut gemeinte) Ratschläge erteilt, sollte ganz vorsichtig sein und überlegen, ob er sich z. B. mit dem KKK und den päpstlichen Enzykliken (bis einschließlich Papst Benedikt XVI.) wirklich so gut auskennt. Sollte man das nicht unserem Bischof überlassen? Glauben wir überhaupt noch an die Realpräsenz und an die Heiligkeit der Sakramente? Wissen wir, dass die kirchlich geschlossenen Ehe auch ein Versprechen (Vertrag) gegenüber Gott ist?

    Der o. g. Brief an unseren Hochwürdigen Herrn Bischof Oster könnte in etwa auch von mir sein. Und weil ich um die Schwierigkeiten, die eine solche Situation mit sich bringt, selbst nur zu gut bescheid weiß, gilt der Schreiberin meine volle Zustimmung und Sympathie. Ich freue mich darüber – genauso wie Bischof Oster – wenn jemand seinen Stolz und eine gewisse Überheblichkeit (Selbstherrlichkeit) überwinden kann und sich zur Erkenntnis und tieferen Einsicht führen lässt. Ich weiß natürlich, es ist der schwerere und ein langer Weg. Aber es ist auch der bessere. Wer dann auf diesem Weg noch einen verständnisvollen und liebenden Partner an seiner Seite hat, der trotz der nun eingeschlagenen Richtung zu Jesus Christus (mit allen Konsequenzen) nicht das Weite sucht, kann sich glücklich schätzen.

    Soweit ich das beurteilen kann, ergeben sich aus der ewig gültigen Lehre der Kirche für die Betroffenen folgende Möglichkeiten:

    1. Unter gewissen Umständen kommt eine Annulierung der vor Gott geschlossenen Ehe in betracht. Leider hat Franziskus (oder die Rota Romana) zu diesem Punkt mit einem „usw.“-Kriterien-Katalog dem Missbrauch dieser Möglichkeit Tür und Tor geöffnet.

    2. Wiederverheiratet Geschiedene, die sich z. B. wegen dem Kindeswohl oder anderer gewichtiger Gründe nicht trennen können, aber in voller Einheit mit Jesus Christus zur Kommunion gehen möchten, können nach einer guten Beichte zur Kommunion gehen, wenn sie sich der sexuellen Handlungen enthalten. Es ist trotzdem darauf zu achten, dass sie in der Öffentlichkeit nicht den Eindruck (Anstoß) erwecken, sie würden ohne Einhaltung der Gebote zur Kommunion gehen. Also uU. besser nicht in der Heimatgemeinde.

    3. Kommen die vorgenannten Punkte nicht in betracht, ist es besser, nicht zur Kommunion zu gehen. Trotzdem sind alle herzlich eingeladen, am Leben und Glauben der Kirche teilzunehmen. Es wird niemand ausgeschlossen.

    Zu allen diesen Punkten gilt, dass man sich von einem guten Priester (oder den von unserem Bischof dazu Berufenen) beraten lassen soll.

    Wer es noch nicht mitbekommen hat, das Thema bzw. insbesondere das Schreiben AL hat mittlerweile bereits zu einem kleinen Schisma in unserer Kirche geführt. Wer sich Zeit für Recherchen (z. B. auf http://www.katholisches.info) nimmt, kann feststellen, dass bei der letzten Synode bereits von „progressiven“ Kräften mit Tricks und Täuschungen gearbeitet wurde, um die unveränderliche Lehre auszuhebeln. Dem Einsatz mutiger und treuer Kardinäle – allen voran Kardinal Raymond Burke – ist es zu verdanken, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist. Dass Franziskus die ihm seit einigen Monaten vorliegenden Dubia nicht beantworten möchte, spricht Bände. Der Streit wäre mit einfachen ja/nein-Antworten erledigt und die Verunsicherung durch AL wäre beseitigt, wenn sich der Papst hierzu einfach nur zur Lehre von Jesus Christus bekennen würde.

    Es ist mir ein Rätsel, warum Kardinal Burke und seine Mitstreiter von einigen Teilen der Kirche nun auf niederträchtige Weise beschimpft werden, nur weil sie das Sakrament der Ehe und der Hl. Eucharistie verteidigen. Kardinal Burke hat auf die Drohung, Papst Franziskus könne ihm bei weiterem Widerstand auch die Kardinalswürde entziehen, vorbildlich reagiert. Er fürchtet das nicht, sondern er fürchtet die Tatsache, dass er sich einmal vor unserem HERRN beim letzten Gericht dafür verantworten muss, wenn er jetzt schweigen würde.

    Wir sollten auch nicht vergessen, dass wir unsere Priester in arge Bedrängnis bringen würden, wenn wir die Hl. Hostie unwürdig empfangen:

    http://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/bdquo-Eine-Last-die-die-Pfarrer-gar-nicht-tragen-koennen-ldquo;art312,175451

    http://www.die-tagespost.de/politik/Leitartikel-Faktisches-Schisma;art315,175459

    Um nun zu einem Ende zu kommen, möchte ich noch auf einige Zitate in der Bibel verweisen und anregen, darüber nachzudenken:

    Korinther 11
    27 Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.

    Sprüche 1,7 Gottesfurcht ist Anfang der Erkenntnis, / nur Toren verachten Weisheit und Zucht.
    hierzu ein guter Beitrag: http://www.taize.fr/de_article298.html

  4. Manfred Smola

    Ich möchte gerne noch auf folgende aktuelle und wichtige Beiträge hinweisen:

    http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2016/04/wird-die-bischofskonferenz-deutsche.html

    (Wird die Bischofskonferenz deutsche Priester zum Sakrileg zwingen?)

    http://www.katholisches.info/2017/01/18/gebetsaufruf-aus-der-peripherie-damit-papst-franziskus-die-unveraenderliche-praxis-der-kirche-von-der-wahrheit-der-unaufloeslichkeit-der-ehe-bekraeftige/

    Der letzte Artikel (Gebetsaufruf) ist etwas länger, aber gut verständlich und es lohnt sich, ihn ganz durchzulesen. Für alle, die auf der Suche nach der Wahrheit sind, und nicht nur aus dem Bauchgefühl heraus handeln wollen.

      1. Manfred Smola

        Hochwürdiger Herr Bischof Prof. Dr. Oster, Excellenz,

        ich kann Ihre Bedenken nur zu gut verstehen und hoffe selbst, dass die derzeitige Situation in ihrer Dramatik nicht noch zunimmt. Leider gab es nun schon Fälle, in denen Priestern mit der Suspendierung gedroht wurde, wenn Sie sich weiterhin weigern, wiederverheiratet Geschiedenen allgemein die Kommunion zu spenden (Malta) bzw. wurde in Kolumbien genau aus diesem Grund erst kürzlich ein Priester aus seinem Amt entfernt. Ich fürchte, das ist erst der Anfang. Sie sind bestimmt darüber informiert, deshalb erspare ich mir die Links dazu.

        Was ich nun natürlich überhaupt nicht möchte ist, dass Sie selbst, lieber Herr Bischof, durch meine Kommentare oder Links in Schwierigkeiten geraten, wenn Sie diese hier veröffentlichen. Deswegen wäre ich auch überhaupt nicht eingeschnappt, wenn Sie Kommentare von mir oder Links, die (unbeabsichtigt) diese Gefahr beinhalten, kürzen oder nicht veröffentlichen. Schließlich können wir uns glücklich schätzen, dass uns die MutterGottes einen treuen Hirten geschickt hat, und das soll auch so bleiben!

        Ganz herzliche Grüße in christlicher Verbundenheit!

        Manfred Smola

  5. Reinhard Hartmann

    Mein Kommentar zu diesem Thema:
    Nach all den Hinweisen auf die Bischofssynode über Ehe und Familie und der päpstlichen Verlautbarung Amoris Laetitia hätte doch unbedingt folgen müssen, dass es kichenjuristisch anerkannte Möglichkeiten gibt, um dem Fragesteller wirksam zu helfen und seine Seelenqualen loszukriegen. Im Einklang mit dem Regelwerk eines kirchlichen Annullierungsprozesses sowie einer Papstaussage im Lateran (Kirchenzeitung Köln Ausgabe 25/16 vom 24.6.2016) eröffnet sich den Betroffenen eine große Hilfe. Gemeint ist die Feststellung, dass die erstgeschlossene Ehe ungültig war und deswegen annullierbar ist. Entsprechend wird vom Kölner Offizialat deutlich hingewiesen auf den Fall eines beeinträchtigten Eheversprechens, wenn das Ja-Wort nämlich nur bedingt gelten sollte, also nicht lebenslang (www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/offizialat/wiederheirat) Und Papst Franziskus hat das noch drastischer ausgedrückt: eine große Mehrheit kirchlich geschlossener Ehen sei ungültig, die Brautleute versprächen sich zwar lebenslängliche Treue „aber sie wissen nicht, was sie sagen, deshalb ungültig“,so tatsächlich der Papst! Und damit wären den Betroffenen frei von Gewissensbissen.
    Und noch ein Kommentar zum Kommentar von Manfred Smola
    Aus diesem langen Text spricht unverhohlen die Überzeugung des Schreibers , man könnte seine Auffassung der gesamten Menschheit aufoktroyieren: 7/8 ist nicht katholisch, also bei denen ein Fall für die Hölle?! Wie kann man nur so selbstherrlich sein, das Deutungsmonopol über das Gewissen der gesamten Menschheit zu beanspruchen?
    R. Hartmann, Erzbistum Köln

    1. Johannes Schäfer

      Sehr geehrter Herr Hartmann!
      Nach dem Lesen von Ihrem Kommentar scheint mir jetzt mehr, als je zuvor,
      dass wir alle Hilfe brauchen.
      „Und Papst Franziskus hat das noch drastischer ausgedrückt: eine große
      Mehrheit kirchlich geschlossener Ehen sei ungültig, die Brautleute versprächen sich zwar lebenslängliche Treue „aber sie wissen nicht, was sie sagen, deshalb ungültig“,so tatsächlich der Papst! Und damit wären den Betroffenen frei von Gewissensbissen.“
      Ich glaube nicht, dass Papst Franziskus es so meint, wie sie. Denn es ist nicht in
      Ordnung, dass Menschen bei Eheschließung etwas versprechen, was sie nicht
      verstehen. Oder keiner da ist, der oder die ihnen dies erklärt?
      Ich bezweifle, dass Befreiung von Gewissensbissen auf diese Weise uns in unserem Glaube weiterhilft. Denken wir lieber zusammen darüber nach,
      ob die, die nicht betroffen sind, nicht weniger Sünder sind, als die Betroffenen.
      Dann vielleicht wird sich auch eine ehrliche Lösung doch finden.

    2. Manfred Smola

      Sehr geehrter Herr Hartmann,

      es ist nicht nötig, dass Sie mich beleidigen. Wenn Sie meine Kommentare aufmerksam gelesen haben, kann Ihnen nicht entgangen sein, dass ich niemandem meine Ansichten aufzwingen möchte, sondern einfach nur dafür werbe, sich die Entscheidung nicht zu leicht zu machen und nicht aus dem Bauch heraus zu treffen. Dafür ist es notwendig, sich intensiv mit der Hl. Schrift, dem KKK und einigen bisherigen päpstlichen (unfehlbaren) Enzykliken auseinander zu setzen. Außerdem habe ich empfohlen, sich bei einem glaubenstreuen Priester seelischen Beistand zu holen.

      Sie werden mir aber zugestehen, dass ich als selbst Betroffener meine eigene Meinung zu diesem Thema haben und auch äußern darf, und ich mich auch nicht von gewissen „progressiven“ Kräften in der Kirche in die Irre führen lassen möchte. Statt verbaler Angriffe erwarte ich mir eine sachliche Auseinandersetzung und Antworten auf die vielen Fragen.

      Es ist Ihnen sicher bekannt, dass es ein objektives und ein subjektives Gewissen gibt. Das eigene Gewissen, das nicht nach der Lehre und den Geboten von Gott gebildet und ausgerichtet ist, birgt leider die Gefahr, dass man sich selbst nur zu leicht einen Freibrief für alle möglichen Sünden ausstellt und den Willen unseres Herrn Jesus Christus nicht mehr erkennt. Man wird zugeben müssen, dass die Kirche mit Ihrem Bodenpersonal in den vergangenen Jahren die Verkündigung des Evangeliums vernachlässigt hat, scheinbar um sich „wichtigeren“ Dingen zu widmen. Ich will Ihnen die Gewissenfrage verdeutlichen: Hat ein IS-Kämpfer Gewissensbisse, wenn er Menschen massenweise im Namen seines Glaubens ermordet? Hat unsere Gesellschaft Gewissensbisse, wenn sie Abtreibungen (um nicht Mord zu sagen) an wehrlosen Kindern zulässt und unterstützt anstatt den werdenden Müttern bei der Bewältigung ihrer Probleme massiv zu helfen?

      Mit Ihrem Hinweis auf die doch so einfache Annulierung einer Ehe tun Sie den Betroffenen keinen Gefallen. Das Gewissen findet nicht dadurch Ruhe, dass man die Ehe durch eine Lüge für ungültig erklärt (das gilt vor Gott nicht!) oder mit dem Hinweis darauf, dass es dem Menschen kaum möglich ist, sich ein Leben lang an jemanden zu binden. Es ist HERRENWORT, dass eine vor Gott gültig geschlossenen Ehe unauflöslich ist. Wie stellen Sie sich das denn künftig bei einer kirchlichen Trauung vor? Dass der Priester das „bis dass der Tod Euch scheidet“ mit einem Schmunzeln und Augenzwinkern spricht? Die Ehepartner das Jawort mit einem „Hexenkreuz“ (die überkreuzten Finger hinter dem Rücken) bekräftigen? Oder dass der Priester mehrmals nachfragen muss, ob dieses Ja auch wirklich ernst gemeint ist, oder ob es doch eher ein vielleicht oder kommt drauf an oder ein Ja auf Zeit ist?

      Natürlich gibt es Fälle, in denen eine Ehe ungültig ist, und diese Menschen haben ein Recht auf die Annullierung. Ich sehe aber die große Gefahr, dass dieses Recht durch aufgeweichte pastorale Vorschriften oder Richtlinien, die von der Lehre abweichen, missbraucht wird.

      Auch heute möchte ich dem Wahrheitssuchenden Links mit einer deutlichen Sprache empfehlen:

      http://www.katholisches.info/2017/02/02/kardinal-mueller-tut-was-der-papst-verweigert-er-antwortete-auf-die-dubia-zu-amoris-laetitia/

      http://www.katholisches.info/2017/02/03/mehr-als-1000-priester-unterstuetzen-dubia-und-fordern-von-papst-franziskus-eine-klaerung-von-amoris-laetitia/

      Zum Schluß noch zu Ihrer Anmerkung bezüglich der Hölle. Ich weiß nicht, welche Seelen gerettet und welche auf ewig verloren gehen werden. Als Christ hat man den großen Wunsch, dass a l l e Seelen (einschließlich der eigenen und sogar der des z. B. erwähnten IS-Kämpfers) letztlich noch im Diesseits den Weg zu Gott (zum Heiligen Dreifaltigen Gott) finden. Es ist aber auch eine Wahrheit, dass es Satan mitsamt seinen Dämonen und die Hölle gibt, und dass die Hölle nicht leer ist, auch wenn vielerorts etwas anderes gepredigt wird, weil ein barmherziger Gott doch niemanden in die Hölle schicken würde. Oder hat uns Jesus etwa diesbezüglich angelogen??? Dann müsste man doch glatt das Evangelium umschreiben. Ich fürchte fast, auch das wird noch vorgeschlagen werden.

      Ich muss angesichts der derzeitigen Lage in der Kirche immer wieder an KKK 675 ff. denken und daran, dass Sr. Lucia (Fatima) Kardinal Caffara (einer der 4 Dubia-Kardinäle) bereits vorausgesagt hat, dass der letzte Kampf Satans sich gegen Ehe und Familie richten würde.

      Mit freundlichen Grüßen
      M. Smola

  6. Reinhard Hartmann

    von Reinhard Hartmann
    Nur soviel zum Kommentar von Johannes Schäfer: Die Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln berichtet in ihrer Ausgabe 25/16 auf Seite 6 unter der Überschrift „Papst zur Gültigkeit kirchlicher Ehen“im Lateran : …. Papst Franziskus wurde in einer schriftlichen Fassung des Gesprächs mit den Worten wiedergegeben, „ein Teil“ der kirchlich geschlossenen Ehen sei ungültig. Laut der Live-Übertragung und dem Videomitschnitt sagte er „große Mehrheit“. – Wenn der Papst solch erstaunliche, fast ungeheuer aufhorchende Worte spricht, wird er es wohl auch so gemeint haben.
    R. Hartmann, Neuss im Erzbistum Köln

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